Kripo ermittelt wegen Brandstiftung

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13. November 2008, 08:29 Uhr

Parchim - Wie die Staatsanwaltschaft Schwerin heute auf Anfrage mitteilte, ist der Brand im Parchimer Kinderheim am Wochenende auf Brandstiftung zurückzuführen. "Wir haben ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Brandlegung mit Todesfolge eingeleitet", bestätigte Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick gegenüber unserer Zeitung. Die bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin lassen diesen Schluss zu. Auf Nachfrage meinte Pick, dass der "Tod fahrlässig herbeigeführt wurde, der Brand aber Vorsatz sei". Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er aber derzeit keine weiteren Angaben zur Brandursache und Entstehungsort machen.

Nach SVZ-Recherche vor Ort ist zu vermuten, dass der Brand im unteren Eingangsbereich gelegt worden sein könnte. Kinder haben an dem Haus Zeichnungen und Kerzen abgelegt, um an den zehnjährigen Jungen zu erinnern, der in der Nacht zum Sonnabend mit lebensbedrohlichen Verletzungen zunächst gerettet werden konnte. Er war aber am Dienstag seinen schweren Rauchgasverletzungen im Schweriner Klinikum erlegen. Ein 17-jähriger Jugendlicher, der mit leichten Brandverletzungen ins Krankenhaus kam, konnte dagegen dieses bereits wieder verlassen. Die Notaufnahme für Kinder, die sich im Brandhaus befand, bezieht dagegen heute neue Räume, die ihr von der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) kostengünstig zur Verfügung gestellt wurden.

In der Notaufnahme finden gefährdete Kinder vorübergehend eine Bleibe. Auch die Möbeleinrichtung stammt zum Teil aus Spenden der Wobau und von Bürgern. So hat eine Schweriner Familie eine komplette Küche gespendet.

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