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Güstrow/Bützow : Kreis hält Geld für Kitas zurück

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Schwere Vorwürfe erhebt die CDU-Landtagsfraktion gegenüber der Kreisverwaltung Güstrow. Sie "hält Geld des Landes zurück", das eigentlich den Trägern von Kindertagesstätten zugute kommen soll.

Schwere Vorwürfe erhebt die CDU-Landtagsfraktion gegenüber der Kreisverwaltung Güstrow. Sie "hält Geld des Landes zurück", das eigentlich den Trägern von Kindertagesstätten zugute kommen soll. Auch Einrichtungen außerhalb des Landkreises seien davon betroffen. Dann nämlich, wenn ein Kind aus dem Landkreis Güstrow in einer Einrichtung außerhalb der Kreisgrenzen betreut wird. "Die zusätzlichen Landesmittel sind berechnet auf die zu betreuenden Kinder", heißt es aus dem CDU-Büro in Schwerin.

Hintergrund: Vor einem Jahr wurde eine Novelle des Kindertagesstättenförderungsgesetzes beschlossen. Die beinhaltet die Absenkung des Betreuungsschlüssels. Das heißt: Eine Erzieherin betreut nicht mehr 18, sondern 17 Kinder. Gleichzeitig erhöht sich die Zeit für die Vor- u nd Nachbereitung von 2,5 auf fünf Stunden in der Woche. Die Mehrkosten werden durch zusätzliche Landesmittel in Höhe von zwölf Millionen Euro abgedeckt.

Während in anderen Landkreisen das Geld längst an die Träger ausgegeben wurde, sei das im Kreis Güstrow noch nicht passiert, habe Fraktionschef Harry Glawe im Rahmen seiner "Kita-Tour" festgestellt.

DRK-Geschäftsführer Peter Struwe bestätigt: "Wir haben zwar im Mai ein Schreiben bekommen, in dem die Auszahlung des Geldes für das erste Quartal angekündigt wurde, doch bisher ist kein Geld angekommen." Sieben Kindertagesstätten betreibt der DRK-Kreisverband Güstrow u.a. die in der Bützower Fritz-Reuter-Straße. "Allein für die drei ersten Monate sind das rund 30 000 Euro, die wir irgendwoher nehmen müssen", so Struwe. Mittlerweile sei man bereits im Juni.

Harry Glawe in Richtung Güstrower Kreisverwaltung: Sie sei "in der Pflicht, die Landesgesetze zeitnah umzusetzen. Die Träger haben einen Anspruch auf zeitnahe Ausreichung der Landesgelder".

Vize-Landrat Dr. Rainer Boldt zeigte sich verwundert. Richtig sei, dass das Geld rückwirkend ausgezahlt werde. Darüber habe sich bisher noch kein Träger beschwert. "Das Geld für das erste Quartal ist in der vergangenen Woche rausgegangen." Der Kreis habe diese Verfahrensweise gewählt, weil es aus seiner Sicht einfacher sei. "Die Zahlen der zu betreuenden Kinder ändern sich ständig. Wir lassen uns die Zahlen von den Trägern zum Quartalsende geben und zahlen dann aus", so Rainer Boldt. Es habe für das erste Quartal noch genauerer Abstimmung bedurft, da sich die Kosten nach den Leistungesvereinbahrungen richten, die mit jedem Träger individuell ausgehandelt wurden. "Für das zweite Quartal werden wir Mitte Juli auszahlen, wenn die Träger ihre Zahlen rechtzeitig melden", so Boldt. Würde man vorab eine Pauschale auszahlen, müsste man das hinterher wieder mit den genauen Zahlen verrechnen. "Das erschien aus unserer Sicht sowohl für uns als auch für die Träger mit noch mehr Aufwand verbunden." Wenn doch eine Vorauszahlung gewünscht werde, müsse man darüber sprechen.

Im Landkreis Bad Doberan wurde einmalig anhand der Fallzahlen der Bedarf errechnet und danach wird ausgezahlt.

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erstellt am 22.Jun.2011 | 09:50 Uhr

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