Krawall-Fans aus Schwerin

von
28. Mai 2008, 05:56 Uhr

Bützow - Bis zu 400 Fans des Fußball-Landesligisten SG Dynamo Schwerin sollen am Sonntag, 8. Juni, im wichtigen Spiel gegen den TSV in Bützow anrücken, darunter auch gewaltbereite aus einer Szene, die in jüngster Vergangenheit viele Negativ-Schlagzeilen machte. Dynamo-Fans griffen Polizisten an und sorgten für Angst und Schrecken rund um die Plätze der Gegner. Die Bützower Polizei und der TSV sind gewarnt.

200 bis 400 Dynamo-Fans sollen sich auf das Spiel beim TSV am letzten Spieltag der Landesliga vorbereiten – die Angaben der Quellen schwanken. „Wenn das so ist, dann haben wir ein Problem“, sagte gestern Norbert Niessen, Leiter des Polizeireviers. Er wolle Verstärkung aus Rostock beantragen, um das Spiel abzusichern.

„Natürlich ist das ein Thema“, sagt TSV-Präsident Karl Bittmann. „Wir gehen aber davon aus, dass es ohne Krawalle abläuft.“ Konfrontationen mit Bützower Fans der härteren Gangart sollen ausbleiben, so Bittmann: Die 2. TSV-Mannschaft spiele an diesem Tag auswärts. Die Bützower hatten vor eineinhalb Jahren ihrerseits für Randale in Schwerin gesorgt.

Mit „150 bis 200“ Schweriner Fans rechnet Dynamo-Präsident Manfred Radtke beim Spiel in Bützow. Möglich seien mehr, wenn Dynamo am letzten Spieltag der Landesliga noch aufsteigen kann. Derzeit liegen die Schweriner in der Tabelle drei Punkte hinter Warnemünde, das den TSV an diesem Wochenende empfängt. Das große Finale der Landesliga West könnte aber am 8. Juni ab 14 Uhr auf dem Wall-Sportplatz in Bützow stattfinden.

Dynamo Schwerin werde selbst alles versuchen, seine Fans an die Leine zu nehmen, so Radtke. Er betont, dass der Verein sehr viel Wert auf Fairplay lege. 50 Fans kommen im Vereins-Bus. Er wisse um die „so genannten härteren 50“, davon seien „nur sieben, acht gewaltbereit“. Radtke setzt darauf, dass Gastgeber und Polizei die Fangruppen am Wall voneinander getrennt halten. „Wir werden nach dem Spiel schnell wieder im Bus verschwinden.“ Es sei denn, Dynamo steigt an diesem Tag in die Verbandsliga auf: „Dann werden wir noch ein paar Bier mit den Fans trinken.“

Dass die Fan-Gemeinde von Schwerin ein so hohes Gewaltpotenzial hat – gerade erst gab es Ärger in Neukloster –, sieht der Präsident im „Mythos Dynamo“ begründet. Der frühere DDR-Ligist gründete sich Ende 2003 neu, viele Gruppen stießen seither dazu. Nicht immer seien Dynamo-Fans Auslöser von Randale, es gebe auch viele „Trittbrett-Fahrer“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen