Schwerin: Baugerät wird aus dem Galerie-Rohbau gehoben : Kran schwebt über Marienplatz

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"Den Kran kann ich sogar aus meinem Fenster im Hochhaus neben dem Lenin-Denkmal sehen", berichtete eine Schwerinerin, die wie viele andere gestern auf dem Marienplatz nur ein Thema hatte...

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25. Februar 2011, 11:17 Uhr

"Den Kran kann ich sogar aus meinem Fenster im Hochhaus neben dem Lenin-Denkmal sehen", berichtete eine Schwerinerin, die wie viele andere gestern auf dem Marienplatz nur ein Thema hatte: den spektakulären Abbau des letzten und größten von drei Baukränen aus dem Rohbau der Marienplatz-Galerie. Mit Hilfe von zwei Autokränen, die direkt an der Baustelle und in der Helenenstraße aufgestellt waren, wurde das 56 Meter hohe und mehr als 100 Tonnen schwere Baugerät Stück für Stück aus der Galerie hinunter in die Helenenstraße gehoben.

Dort wurden weitere Teile auseinandergeschraubt und -geschlagen, bevor der zweite Autokran das Teilstück wieder in die Luft brachte und über die Sparkasse hinweg auf den Lastwagen hievte, der ebenfalls in der Helenenstraße abgestellt war. Schwerst- und Millimeterarbeit für den Trupp der Berliner Krananlagen-Firma Banzhaf. Größere Sorgen als das Auspendeln der tonnenschweren Teile zwischen Galerie-Fenstern und gläsernem Sparkassenvordach bereiteten Montageleiter Werner Schmid allerdings die Fußgänger, die sich trotz deutlicher Verbotsschilder und Absperrungen ihren Weg durch die Gefahrenzone bahnten. Ob mit Kinderwagen, Rollator, Stock oder gestützt am Arm der Nachbarin - der Umweg über die Schlossstraße schien viele mehr zu schrecken als die in der Luft schwebenden Kranteile.

Heute sollen die aufwändigen Arbeiten beendet sein. Wenn alles gut läuft, kann zum Abend hin sogar der große Autokran abgebaut werden. Gewichte muss er nicht mehr aus der Galerie ziehen. Der Kransockel wurde beim Bau nämlich ins Galerie-Fundament einzementiert. 70 Tonnen Extra-Stahl waren allein nötig, um den Druck des Riesen auszugleichen. Jetzt wird das untere Ende einfach "abgebrannt" und dann das Loch im Fußboden geschlossen.

Noch im vergangenen Sommer waren die Planer davon ausgegangen, für den Rückbau der Kräne den Marienplatz für ein Wochenende dicht machen zu müssen - mit Ersatz- und Umleitungsverkehr für Busse und Bahnen. In der vorvergangenen Woche kam dann grünes Licht für den fließenden Verkehr: Die 100- und 500-Tonnen-Autokräne konnten günstiger positioniert werden.

Für die Sperrung hatten die meisten Schweriner gestern nicht nur Verständnis, fasziniert verfolgten sie die Demontage und schossen jede Menge Fotos. Die Bauarbeiten mitten in der Stadt gehörten neben dem schwierigen Baugrund und zwei knackig-kalten, langen Wintern zu den größten Herausforderungen bei der Entstehung der Marienplatz-Galerie. Knapp 90 Millionen Euro kostet das Großvorhaben der Berliner Projektentwickler-Gruppe Tenkhoff Properties, das am 12. Mai eröffnet werden soll. Rund 60 Anbieter - von kleineren Shops, Imbissen, Eiscafés bis zu großen Ankermietern wie C&A, Rewe, Kult, Schuhhof und Sport 2000 - wird es in der neuen Einkaufsmeile geben. Nach Fertigstellung der Galerie sei der Marienplatz das größten Einkaufszentrum zwischen Hamburg und Berlin, so Tenkhoff-Properties. Der Knotenpunkt bietet dann mehr als 60 000 Quadratmeter Shopping-Fläche und rund 200 Läden.

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