Krach um zweiten Wiro-Chef

Wer wird zweiter Wiro-Chef? Die Antwort ist völlig offen
Wer wird zweiter Wiro-Chef? Die Antwort ist völlig offen

Die Wahl eines zweiten Geschäftsführer der Wiro droht am Dienstag in einem Eklat zu enden. Oberbürgermeister Roland Methling hat eine Favoritenliste des Aufsichtsrates einkassiert. Vor allem SPD und Rostocker Bund toben. Der hochgehandelte RGS-Chef Reinhard Wolfgramm fiel unterdessen durch. Vorerst.

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26. September 2008, 08:37 Uhr

Rostock - Wenn am Dienstag der Hauptausschuss der Stadt zusammenkommt, ist der Krach programmiert. An diesem Tag soll der Technischer Geschäftsführer der Wiro bestellt werden – der neue Partner für Ralf Zimlich. Eigentlich. Denn wegen Unstimmigkeiten zum Verfahren droht die Wahl vollends zu platzen. Denn am Donnerstag hatte der Aufsichtsrat fünf Kandidaten angehört und drei in einer Prioritätenliste aufgenommen. Aus dieser soll der Hauptausschuss am Dienstag wählen.

Doch die Liste, aus der die Fraktionen den zweiten Geschäftsführer bestimmen sollen, ist in einer Position geändert worden – auf Initiative von Oberbürgermeister Roland Methling. Neben dem Unternehmer Kay Schulte und der Wiro-Prokuristin Sabine Schünemann taucht in der Bürgermeisterliste der Name Frank Adolf auf – ein Bewerber, der im Aufsichtsrat mit null Stimmen sang und klanglos durchgefallen ist. Das Gremium hatte sich stattdessen für Matthias Siemssen ausgesprochen. Der Bauingenieur war bereits für einen kurzen Zeitraum zweiter Wiro-Geschäftsführer, bevor er sich 2002 mit Bernhard Küppers überwarf und gehen musste. Für den Aufsichtsrat kein Grund, um die fachlichen Qualitäten Siemssens, der derzeit für den Rostocker Bund politisch aktiv ist, anzuzweifeln.

Methling hingegen sieht in dem Votum des Aufsichtsrates lediglich beratenden Charakter. Er bezieht sich auf eine Auswahlkommission, die im Vorfeld die Kandidaten befragte: „Da haben die Bewerber auf meiner Liste bei allen Anwesenden einen sehr kompetenten Eindruck hinterlassen.“

Parteien wollen Wahl platzen lassen
Fraktionsführerin Sybille Bachmann (Rostocker Bund) spricht nun offen von einem „Verdacht der gezielten Diffamierung“. Unterstützung kommt unverhofft von der Kooperation – allen voran von der SPD. „Es gibt ein abgestimmtes Verfahren, an das sich der Oberbürgermeister nicht hält“, kritisiert Fraktionsführer Rainer Albrecht. Verabredet sei, dass der Aufsichtsrat das Vorschlagsrecht habe – nicht der Rathauschef. „Falls es kein Einlenken gibt, werden wir nicht über die Liste befinden.“

Ein Vorwand, den die SPD nur allzu gern nutzt. Denn der eigene Kandidat konnte sich am Donnerstagabend im Wiro-Aufsichtsrat nicht durchsetzen. Der hochgehandelte RGS-Geschäftsführer Reinhard Wolfgramm vereinigte lediglich fünf der 15 Stimmen auf sich. Damit droht eine weitere Personalie zu scheitern. Auch wenn es niemand offen ausspricht: Die Ernennung von Kay-Uwe Nissen (CDU) zum Chef der Theater-GmbH hängt unter anderem davon ab, ob die SPD einen Posten bei der Wiro ergattert.

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