Unerlaubtes Parken an Wochenenden : Kompromisse mit Brummi-Fahrern

Wenn Lkw in Barnin parken, wird schon einmal ein Auge zugedrückt. Hamann
Wenn Lkw in Barnin parken, wird schon einmal ein Auge zugedrückt. Hamann

Wenn Lkw nachts oder an Wochenenden in Wohngebieten parken, fühlen sich viele Bürger belästigt. Vor allem durch Lärm und die Abgase, die entstehen, wenn die Reise beispielsweise montags früh wieder los geht.

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07. November 2010, 07:36 Uhr

Schweriner Umland | Wenn schwere Lkw nachts oder an Wochenenden in Wohngebieten parken, fühlen sich zurecht viele Bürger belästigt. Vor allem durch Lärm und die Abgase, die entstehen, wenn die Reise beispielsweise montags früh wieder los geht. Deshalb untersagt die Straßenverkehrsordnung das regelmäßige Parken in Wohn-, Kur- oder Klinikgebieten. Das gilt allerdings nicht auf entsprechend gekennzeichneten Parkplätzen sowie für das Parken von Linienomnibussen an Endhaltestellen.

In Crivitz gab es einen solchen Parkplatz im Gewerbegebiet. Der Platz befand sich weit genug von bewohnten Häuser entfernt und war trotzdem sicher. "Wir konnten kürzlich die Stellfläche günstig verkaufen", sagt Bürgermeister Ulrich Güßmann. "Wenn der Bedarf nach Lkw-Stellplätzen noch da ist, was ich auch so einschätze, werden wir eine andere Stelle finden, wo Lkw an Wochenenden sicher parken können." Der Bürgermeister will allerdings erst den genauen Bedarf ermitteln und danach eine Lösung suchen. "Lastwagen haben im Wohngebiet nicht zu suchen. Aber wir tragen auch eine Verantwortung dafür, dass die Brummi-Fahrer ihre Fahrzeuge sicher abstellen können", unterstreicht Güßmann noch einmal. "Ich gehe davon aus, dass die Lkw-Fahrer daran interessiert sind, gegen ein geringes Entgelt eine sichere Stellfläche zu erhalten, die sie beliebig oft nutzen können."

Wenig Probleme mit illegal parkenden Lkw gibt es in Wessin. Bürgermeister Dieter Lange betont: "Bei uns parken Lkw die Straßen nicht zu. Wir haben nur noch zwei Fernfahrer im Ort und die stellen ihre großen Fahrzeuge auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Produktions- und Absatzgesellschaft ab."

Auch in Bülow gibt es keine Probleme. Bürgermeister Klaus Aurich meint: "Das war früher einmal. Im Moment gibt es keinen Anlass zu klagen. Wir haben keine Bundesstraße, die fremde Fahrzeuge ins Dorf bringen könnte und bei uns gibt es keine großen Lkw."

Anders sieht es allerdings in Barnin aus. Hier ist häufig der eine oder andere Lkw zu sehen, der am Wochenende bei den Häusern parkt. Bürgermeister Siegfried Zimmermann meint: "Es ist nicht leicht, einen geeigneten Stellplatz zu finden. Wir hatten schon einmal einen Platz außerhalb des Ortes angeboten. Doch dort wurde Diesel aus dem Fahrzeug gestohlen. Das betraf einen Kraftfahrer, der Zuckerrüben fährt - einen Einzelkämpfer, der sein Gewerbe bei uns angemeldet hat und pünktlich seine Steuern zahlt. Um es klar und deutlich zu sagen. Da drücken wir schon mal ein Auge zu. Man muss Kompromisse finden. In der Straßenverkehrsordnung steht doch auch etwas von gegenseitiger Rücksichtnahme."

In Raben Steinfeld am Kreisel steht an Wochenenden häufig eine Zugmaschine. "Wo soll er denn sonst hin", meinen die Dorfbewohner. "Es ist ja nicht direkt im Dorf." Bürgermeister Horst-Dieter Kobi übt sich ebenfalls in Toleranz. "Wir haben bisher nicht dagegen unternommen. Es steht schließlich nicht der gesamte Lastzug hier. Anders sieht es im Unterdorf aus, wo wir bemerken, dass immer häufiger ein Lkw illegal parkt. Wir denken darüber nach, ob wir eingreifen. Ein Bußgeld würde das Problem sicher lösen."

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