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Woserin: Anwohner und Gemeinde kommen sich entgegen

: Kompromiss zum Woseriner Pflaster

vom

Die Lindenstraße in Woserin soll erneuert und erhalten werden. Damit ist der seit mehr als zehn Jahren schwelende Streit um die historische Pflasterstraße offenbar beigelegt.

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2011 | 12:26 Uhr

Die Lindenstraße in Woserin soll erneuert und erhalten werden. Auf diesen Kompromiss einigten sich Anwohner, Gemeinde Borkow und Verwaltung im Rahmen einer Mediation. Damit ist der seit mehr als zehn Jahren schwelende Streit um die historische Pflasterstraße offenbar beigelegt. Am Ende dürfen beide Parteien Erfolge verbuchen.

Zwei Seiten umfasst eine Vereinbarung, die Dr. Eberhardt Blei, Mediator aus Wismar, am Ende einer mehrmonatigen Schlichtung (einmalig im Amtsbereich) verfasste. Demnach solle die Woseriner Pflasterstraße in zwei Teilabschnitten neu gebaut werden: aus Richtung der B 192 bis zum ehemaligen Pfarrhaus und vom Abzweig zum Gutshaus bis zum Ortsausgang in Richtung Hohenfelde. Im Ortskern dagegen sei weiterhin/wieder Pflaster geplant. "Saniert werden soll der denkmalgeschützte Bereich der Straße vom ehemaligen Pfarrhaus bis nach dem Abzweig Gutshaus", so Blei.

Für Straßenneubau setzt sich die Gemeinde um Bürgermeisterin Regina Rosenfeld seit langem ein. Begründung: Die Straße sei wichtig für die Verkehrsinfrastruktur - aber baulich in schlechtem Zustand. Der Verein Woseriner Pflasterstraße um Vorsitzende Katrin Otolski hält dagegen und will das 150 Jahren alte Bauwerk erhalten (SVZ berichtete). Nach dem jetzt vorliegenden Kompromiss einigen sich beide Seiten auf ein Entgegenkommen. Dazu hatte Mediator Eberhardt Blei Anwohner und Gemeindevertreter zu Gesprächsrunden geladen. "Es wurde sachlich und konstruktiv argumentiert und diskutiert, bisweilen leidenschaftlich", so sein Resümee. Dabei sei es u.a. um Verkehrszählung, Straßenbauklasse und Tragfähigkeit der Straße gegangen. Im zweiten Gespräch seien ein Pflaster-Sachverständiger und der Leiter des Naturparks Sternberger Seenland, Volker Brandt, zu Gast gewesen. Brandt gilt als Pflaster-Befürworter.

Ob der mittlere Teil der Pflasterstraße zu retten ist, solle nun untersucht (Statik) werden. Dann werde ein entsprechendes Gutachten zur Sanierung beauftragt. Reicht der Bauuntergrund allerdings nicht, solle die Plasterstraße grundhaft erneuert und "in historischem Natursteinpflaster ausgebildet" werden.

Die Gemeinde Borkow muss dazu ihre Hausaufgaben machen und die Verwaltung beauftragen. Dies betreffe die Vorbereitung der Arbeiten, Fördermittel-Anträge und den Auftrag an ein Ingenieurbüro, das die Tragfähigkeit des Pflasters ermitteln soll. Der frühere Beschluss zum Ausbau der Straße in Woserin werde aufgehoben. Parallel solle die Bushaltestelle an den Ortseingang wechseln, dorthin, wo später Asphalt sein soll.

Die Streit-Parteien wollten nach der Verhandlung den Mediator sprechen lassen. Sie seien sich auch über die Ursachen für die Schäden an der Woseriner Pflasterstraße einig: fehlende Wartung und unsachgerechte Arbeit am Pflaster beim Verlegen von Wasser- und Elektroleitungen. Katrin Otolski kündigte bereits für den August eine Feier zum 150-jährigen Bestehen der Pflasterstraße an. Um Wegebau im Spannungsfeld mit Natur- und Landschaftsschutz geht es u.a. auch auf einer Tagung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Termin: 29. April im Wariner Naturparkzentrum.

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