Koloss rauschte ins Wasser - Nach sieben Jahren Stapellauf in Boizenburg

Geschafft: Nach rund eineinhalb Stunden Vorbereitung wurde der stählerne Koloss in der früheren Werft zu Wasser gelassen. Foto: M. Seifert
Geschafft: Nach rund eineinhalb Stunden Vorbereitung wurde der stählerne Koloss in der früheren Werft zu Wasser gelassen. Foto: M. Seifert

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19. September 2008, 07:45 Uhr

Boizenburg - Präzise befolgten die Schiffbauer die Ansagen des Vorarbeiters, der über das Megaphon seine Crew dirigierte. Was lange währt, wird gut, rund eineinhalb Stunden dauerten die Vorbereitungen, ehe es dann gestern kurz vor 12 Uhr soweit war: Der tonnenschwere Schiffskörper wurde zu Wasser gelassen. Beifall brandete auf bei den Zuschauern dieses Spektakels auf dem Werftgelände und bei den mehr als 200 Schaulustigen auf der gegenüberliegenden Deichseite.

Die Unternehmensgruppe Rönner aus Bremerhaven hatte gemeinsam mit der Firma Möbius aus Hamburg seit Juli des vergangenen Jahres dieses Projekt Schritt für Schritt vorangetrieben. In gut 14 Monaten wurde ein Arbeitsponton in der ehemaligen Elbewerft gefertigt, wie es Thorsten Rönner, Geschäftsführer der Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH (BVT) vor den versammelten Gästen, unter ihnen Vertreter von beteiligten Unternehmen, aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, sagte.

Die Endfertigung des 1300 Tonnen schweren Kolosses wird in Bremerhaven vollzogen, die Aufbauten, Technik und Zubehör werden dort installiert. Dann wird als Herzstück dieses Arbeitspontons ein 300 Tonnen schwerer Kran der Firma Liebherr montiert. Ende Oktober soll dann der Ponton ausgeliefert werden.

Das Team um Karsten Steininger hat ganze Arbeit geleistet. Der Diplom-Bauingenieur ist in Boizenburg Betriebsstättenleiter der BVT, die 2007 die Kernwerft erwarb. Mit dem rund 60 Meter langen, 18 Meter breiten und vier Meter hohen Arbeitsponton verwirklichte die BVT ihren ersten größeren Auftrag.

„Ein weiter Stapellauf ist schon in Sicht. Anfang November werden wir hier eine Hälfte eines Fahrgastschiffes zu Wasser lassen, die andere wird in Rostock gefertigt“, verriet gestern am Rande des Geschehens Heinrich Rönner, Vorsitzender der Rönner-Firmengruppe aus Bremerhaven. „Wir glauben an den Standort Boizenburg, er hat eine Zukunft.“

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