Kollision bei Holdorf: Feuerwehr holt Kollegen aus Fahrzeug-Trümmern

Gadebuscher Feuerwehrleute haben in der Nacht zum Dienstag ihren eigenen Kollegen aus einem Autowrack befreien müssen. Für Einsatzkräfte sind Unfälle dieser Art nach eigenen Angaben der „Super-Gau“.

svz.de von
28. Oktober 2008, 03:49 Uhr

Holdorf - Gegen 22.30 Uhr heulten Montagabend die Sirenen auf. Die Leitstelle informierte zwei Feuerwehren, dass sich auf der Bundesstraße 104 kurz vor Holdorf in Richtung Rehna ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hat. Blitzschnell eilten die Gadebuscher Helfer zum Gerätehaus, schlüpften in die Anzüge und wollten losfahren.

In dem Moment sagt jemand: „Das ist unser Kollege.“ Sekundenbruchteile herrscht Fassungslosigkeit. Dann kann es nicht schnell genug zum Einsatzort gehen.
Am Unfallort bietet sich den Feuerwehren aus Gadebusch und Holdorf-Meetzen ein schreckliches Bild. Der Frontbereich des Kleintransporters ist völlig zerstört, im Wagen ist ihr Kollege eingeklemmt. Ein anderes Fahrzeug steht quer zur Fahrbahn.
Nach bisherigen Erkenntnissen war eine 51-jährige Autofahrerin mit ihrem Fiat auf die Gegenfahrbahn geraten. Dann kollidierte sie mit dem entgegen kommenden Kleintransporter. Die Autofahrerin blieb unverletzt. Der 35-jährige Gadebuscher, der auf dem Weg zu Arbeit war, erleidet zahlreiche Knochenbrüche. Aus eigener Kraft kann er die Rettungsleitstelle per Mobiltelefon alarmieren.
„Wenn Du so etwas vorher erfährst oder an der Unfallstelle deinen eigenen Kameraden siehst, ist das der Super-Gau“, erklärte Feuerwehrmann Arne Schlien. „Während des Einsatzes hast du einerseits gegen das Mitleid zu kämpfen, andererseits musst du den Blick frei haben, um professionell helfen zu können“, verdeutlicht ein anderer Feuerwehrmann.
Der Kleintransporter war so stark demoliert, dass die freiwilligen Einsatzkräfte fast eine Stunde benötigten, um den Verunglückten aus dem Wrack zu befreien. Ein Rettungsteam des Deutschen Roten Kreuz brachte ihn ein Krankenhaus. Mit Erleichterung nahm die Gadebuscher Feuerwehr gestern die Nachricht auf, dass ihr Kollege inzwischen erfolgreich operiert wurde und sich auf dem Weg der Besserung befindet.

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