Kollektives Gedächtnis - Gastbeitrag

von
16. Mai 2008, 10:34 Uhr

Der Internationale Museumstag steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird seit 1977 jährlich begangen. Von den etwa 6000 Museen in Deutschland nehmen über 1600 am diesjährigen Internationalen Museumstag mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen teil.

Es geht den Museen auch darum, auf ihre grundlegenden Aufgaben innerhalb der Gesellschaft aufmerksam zu machen: Sammeln, Bewahren, Pflegen und vermitteln von Zeugnissen menschlichen Wirkens in all seinen Facetten. Mit den Bibliotheken und Archiven bilden die Museen das kollektive Gedächtnis unserer Gesellschaft, das sich so in Gestalt materieller Artefakte über die Generationen hinweg erhält. Diese Identifikation stiftende Funktion der Museen soll gerade am Internationalen Museumstag vermittelt werden. Mit besonderen Angeboten versuchen die Museen an diesem Tag zudem Menschen anzusprechen, die nicht zu den regelmäßigen Museumsgängern zu zählen sind. Dabei sollen mögliche Hemmschwellen abgebaut werden und zu der Erkenntnis führen: Museen kosten nicht nur Geld und sind so genannte freiwillige Aufgaben der Kommunen, die permanent vom Damoklesschwert der Finanzkürzungen bedroht sind. Nein: die Museen sind integraler Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens.

In diesem Jahr lautet das Motto des Internationalen Museumstages „Museen und gesellschaftlicher Wandel“. Museen sind eben nicht verstaubte Wunderkammern, sondern spannende Orte in der Gesellschaft, die in der Lage sind, auch unmittelbar auf Ereignisse in der Welt mit ihren spezifischen Mitteln zu reagieren.

Besonders wichtig ist das Heranführen der Kinder und Jugendlichen an die Museen, was durch spezifische Veranstaltungen erreicht wird: So werden unter anderem das Kinder-Jugend-Kunsthaus‚ lebende Bilder’ zwischen Schloss und Stadtmuseen bewegen und in Barlachs Atelierhaus am Inselsee führen Kinder aus Lüssow ihre Eltern und Großeltern durch die Ausstellungen.

Die Barlachstadt Güstrow mit ihren reichhaltigen und wertvollen Kunstsammlungen kann sich zu recht „Kulturstadt“ im Herzen Mecklenburgs nennen. Die vergangenen Internationalen Museumstage haben immer ein großes Interesse bei den Güstrowern und den Besuchern der Stadt geweckt, wie auch der Zustrom zur „Güstrower Kunstnacht“ von Jahr zu Jahr wächst. Das wünsche ich mir auch für den diesjährigen Internationalen Museumstag!

Volker Probst ist Leiter der Ernst-Barlach-Museen Güstrow und Vorstandsmitglied des Museumsverbandes MV

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