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Sorgen im Urlaubsland MV: Gastronomie fehlt Nachwuchs : Köche auf Sparflamme

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Die Boombranche Tourismus sucht händeringend Berufsnachwuchs - und wird in MV immer seltener fündig. Wie schon im Vorjahr drohen auch in diesem Jahr viele Lehrstellen in Gastronomie und Hotellerie unbesetzt zu bleiben.

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2011 | 10:04 Uhr

Schwerin | Die Boombranche Tourismus sucht händeringend Berufsnachwuchs - und wird in Mecklenburg-Vorpommern immer seltener fündig. Wie schon im Vorjahr drohen auch im Herbst dieses Jahres viele Lehrstellen in Gastronomie und Hotellerie unbesetzt zu bleiben.

Wie aus Daten der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, haben Hotels und Restaurants ein halbes Jahr vor Beginn des neuen Lehrjahres schon 790 Ausbildungsplätze für Köche gemeldet. Dafür gebe es bislang aber erst 144 Interessenten. „Was jetzt an Azubis nicht kommt, fehlt in drei Jahren an Fachkräften in der Küche“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Jürgen Goecke, der Nachrichtenagentur dpa. Ähnlich prekär sehe es bei Restaurant- und Hotelfachleuten aus.

Dafür seien zusammen 1200 Ausbildungsplätze angezeigt worden. Die Nachfrage unter den künftigen Schulabgängern sei auch da noch deutlich geringer. „In keinem anderen Bundesland stellt die Tourismusbranche einen so hohen Anteil an den Ausbildungsplätzen wie in Mecklenburg-Vorpommern“, machte Goecke den Stellenwert deutlich.

Seinen Angaben zufolge hat sich infolge des dramatischen Geburtenrückgangs nach 1990 „der Markt völlig gedreht“. So werde in diesem Jahr mit knapp 10 000 die geringste Zahl an Schulabgängern im Nordosten erwartet. „Vor 20 Jahren waren das noch 30 000“, sagte Goecke. Bislang hätten sich bei den Berufsberatern der Arbeitsagenturen 5800 Schüler für eine Lehre beworben, die Betriebe im Land aber schon 9500 Lehrstellen gemeldet. Am begehrtesten seien Berufe in Handel und Büro sowie nach wie vor Kfz-Mechatroniker.

Goecke riet auch Schülern mit geringeren Abschlüssen, sofort mit einer betrieblichen Lehre zu beginnen und auf Umwege über weiterführende Schulen zu verzichten. „Der Besuch einer Berufsfachschule aus einer Verlegenheit heraus macht die Situation nicht besser. Nur wenn ein klares Ziel verfolgt wird, sollte man noch mal die Schulbank drücken“, meinte Goecke. Weil aber etwa jeder siebte Schüler gänzlich ohne Abschluss bleibe, seien auch weiterhin staatlich finanzierte Lehrgänge nötig, um solche Jugendliche auf eine reguläre Ausbildung vorzubereiten. Dafür stünden 120 Millionen Euro im Jahr bereit.

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