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15. Güstrower Kneipen-Kult-Tour : Kneipen-Event mit "Dittsche"-Touch

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Wer die sprichwörtliche Wortkargheit einer "Schildkröte" genannten Fernsehbekanntheit befürchtete oder gar erhoffte, konnte bei der 15. Güstrower Kneipen-Kult-Tour die andere Seite des Franz Jarnach erleben.

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erstellt am 26.Apr.2011 | 11:41 Uhr

Wer die sprichwörtliche Wortkargheit einer nur "Schildkröte" genannten Fernsehbekanntheit befürchtete oder gar erhoffte, konnte bei der 15. Güstrower Kneipen-Kult-Tour die andere Seite des Franz Jarnach erleben. Da zelebrierte der wohl stummste Komödiant aller Zeiten aus der NDR-"Dittsche"-Comedy gemeinsam mit Gitarrist Ralf "Franny" Hartmann authentischen Rock`n & Roll der 50er-Jahre. Die Hamburger sind über 40 Jahre in der Musikszene, wissen Kenner. Was weniger bekannt ist, aber besonders Mr. Piggi, wie sich "Schildkröte" hinter dem Keyboard nennt, stolz macht: "Wir hatten schon die Ehre, mit Scotty Moore und DJ Fontana, zwei original Elvis-Presley-Musiker, zu spielen." Das muss abgefärbt haben. So wie Güstrow und die Stimmung bei dem Kneipen-Event, das das Duo in der "Wunderbar" erlebte und mitgestaltete. Erstmals in der Barlachstadt, bedauerten sie es, nicht mehr Zeit mitgebracht zu haben. "Das holen wir das nächste Mal nach, da bleiben wir einen Tag länger", kündigte Ralf Hartmann an.

In acht Kneipen lockten diesmal Güstrower Gastronomen mit ihrer österlichen Gemeinschaftsaktion. Weniger Lokalitäten als in den vergangenen Jahren und auch wohl auch gefühlt weniger Besucher, bestätigt Mitorganisator Thomas Hensel vom "Schnick Schnack". Bärbel und Wolfgang Pittak wird es nicht gestört haben. Sie wären immer dabei, sagen die Güstrower. "Die Atmosphäre ist schön, die Leute lustig und gut gelaunt", stellt Bärbel Pittak immer wieder fest. Ehemann Wolfgang pflichtet ihr bei: "Man sieht hier immer wieder junge Leute, die auswärts wohnen und über die Feiertage nach Hause kommen. Und die Kneipen sind da endlich mal voll." Letzteres stimmte natürlich trotzdem wieder, auch wenn das Wetter vielerorts mehr vor die Tür zog. Auf die Straße zog es an diesem Abend wie jedes Jahr auch Diana Herrmann. Die Güstrowerin feiert um diese Zeit ihren Geburtstag und lädt sich dazu immer Freunde ein. "Vergangenes Jahr passte es genau zu Ostern. Diesmal feiern wir eben nach", fand die Güstrowerin natürlich dennoch einen Grund zum Feten. Anke Sczesny, die aus Wattmannshagen stammt und jetzt in Lüneburg lebt, ist das immer willkommener Anlass, in Güstrow wieder einmal reinzuschauen. "Wir nehmen möglichst alle Unternehmungen wahr, die das Güstrower Stadtleben bietet", bekennt Thomas Schmidt. Lebensgefährtin Angela Rogall nennt noch einen anderen Aspekt: "Man trifft nette Leute, und manchmal sogar welche aus der Nachbarschaft, die man sonst kaum mal sieht."

Sehen kann man bei diesem Event oft genug auch Bands aus Güstrow und der Umgebung, diesmal an gleich vier Spielorten. So sind "Nyabinghia" natürlich "alte Bekannte", und doch verändert die Band punktuell mitunter ihr Gesicht. Andere bekannte Gesichter wiederum kreieren sich als neue Band, wie bei der "Medley Crew" zu sehen. Und so stellte auch die inzwischen in Hildesheim lebende Güstrowerin Jamila al Youssef mit ihrem musikalischen Partner Leon Hast ihr außergewöhnliches stimmliches Talent vor. Vierter Einheimischer im Bunde war "Earquake", deren Bandmitglieder ebenfalls im Landkreis Güstrow beheimatet sind.

"Wir versuchen möglichst immer neue, wechselnde Acts zu gewinnen", erklärt Thomas Hensel einen Aspekt des Konzeptes, zu dem "natürlich auch die Präsentation einheimischer Musiker" gehöre. Hensel: "Die Mischung der Musik, die Vielfalt machts." Damit wolle man zum Einen die Güstrower locken, die schon jedes Jahr den Treff in alten Bekanntenkreisen herbeisehnten. Zunehmend würden aber ebenso Hotels und Pensionen den Werbeaspekt nutzen, der für potenzielle Touristen hinter dem Event steckt, auch wenn Güstrow ja nicht wirklich eine echte Kneipenszene hat. Hensel: "Die Leute wissen dann aber, dass sie neben den Sehenswürdigkeiten in Güstrow und im Land auch noch einen schönen Partyabend direkt hier in der Stadt verbringen können." Das, so vermutet der Organisator, dürfte durchaus zusätzlich Punkte bringen bei der Wahl des langen Oster-Wochenend-Ausflugsortes. "Und auch wenn Ostern die Hotels sowieso gut ausgelastet sind, bleibt solch ein angenehmes Erlebnis in der Erinnerung der Gäste hängen."

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