Klimaschutzziele im Fokus

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06. April 2010, 09:42 Uhr

Prignitz/Wendland | Emmas Steckenpferd ist die Energie. Hinter dem knackigen, weiblichen Vornamen verbirgt sich seit Juli 2007 der Trägerverein der Energie-Management-Agentur für die Region Elbtalaue, Prignitz und das Wendland. Für Städte, Gemeinden und Bürger nahm emma e. V. seither konkrete Gestalt an. Im Landkreis Prignitz sind sieben Kommunen Mitglied im Verein geworden. "Es fehlen die Städte Perleberg und Pritzwalk, das Amt Meyenburg und die Gemeinde Plattenburg", resümiert Wolfram Köhler, derzeit amtierender Geschäftsführer des Vereins.

Was nicht bedeutet, dass emma in Bezug auf Energieeffizienz nicht auch in diesen Bereichen tätig geworden ist. So wurde beispielsweise in Pritzwalk im vergangenen Jahr die Hallenbeheizung in einem Produktionsbetrieb untersucht. Um das große Themenfeld Wärme kümmerten sich die emma-Fachleute 2009 aber auch in der Gemeinde Karstädt und in Wittstock. "Wir sind inzwischen auch weit über die Grenzen des Wendlandes und der Prignitz hinaus nachgefragt", sagt Köhler und nennt als jüngste Beispiele Seehausen, Neuruppin und Potsdam. Dabei verlasse emma e. V. nie seine eigentliche Zweckbestimmung: neutraler Wegweiser und Vermittler zu sein, sowohl für Bürger, als auch für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Städte und Gemeinden.

Die Liste der erledigten Projekte aus 2009 ist lang: Tag der Sonne in Wittenberge, Empfehlungen zur Solar-Eignung kommunaler Liegenschaften in Putlitz-Berge und Karstädt sowie zu Energieeffizienzmaßnahmen an Schulen in Bad Wilsnack und in der Gemeinde Karstädt - um nur einige Beispiele zu nennen. In der Regel sehr stark nachgefragt sind zudem die öffentlichen Beratungstage, die emma-Fachleute in den Mitgliedskommunen abhalten. 14 waren es 2010 in der Prignitz. "Das ist für die Bürger kostenlos", unterstreicht Wolfram Köhler.

In Dannenberg wurde im vergangenen Jahr unter Federführung von emma unter anderem ein Energiemanagement für alle Liegenschaften des Landkreises eingeführt und die Nutzung der Solarthermie für öffentliche Gebäude geprüft.

Im Umgang mit Strom und Wärme sei noch ein weiter Weg zurückzulegen, vor allem vor dem Hintergrund der erklärten Klimaschutzziele der Bundesrepublik, sagt Köhler. Insbesondere liege emma die Energieeffizienzberatung für Firmen am Herzen. Gerade in kleineren Betrieben kümmere sich niemand um die technischen Fragen, die in diesem Zusammenhang zu lösen seien, verdeutlicht der Ingenieur und fügt an, dass die KfW-Bank diese Beratung mit 80 Prozent fördere. Viele Betriebe scheuten sich allerdings vor dem aufwändigen Antragsverfahren. Dabei seien gerade hier die Einsparmöglichkeiten immens, betont Wolfram Köhler.

Zu den großen Themen, denen sich das kleine emma-Team stellt, gehören natürlich auch Biogas und Holz als Energieträger. Beim Biogas gehe es jedoch weniger um die Erzeugung, als um die sinnvolle Nutzung der Abwärme. Ein sehenswertes Projekt habe da die Agrargenossenschaft Pröttlin umgesetzt, so Köhler. Was das Heizen mit Holz betreffe, so fehle in der Prignitz die Basis für ein entsprechend großes Holzaufkommen.

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