Kleingärtner wütend: Vandalismus und steigende Einbruchszahlen

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13. April 2008, 05:16 Uhr

Rostock - Betroffene berichten von zunehmender krimineller Energie der Täter. „Die Einbrecher nahmen sogar schon komplette Gasherde und Kühlkombinationen mit“, sagte Bernd von den Knesebeck vom Vorstand des Rostocker Kleingartenverbandes. 2007 sei die Zahl der Delikte bei den 6000 Verbandsmitgliedern um 180 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sein Präventionstipp klingt resigniert: „Man sollte seine Laube nicht zu stark sichern und die Gardinen auflassen, damit die Einbrecher sehen, dass es nichts Wertvolles zu holen gibt.“

Der amtierende Chef des Landesverbandes der Gartenfreunde, Gerd Brackniß, sieht dagegen die Sicherheit nicht als dringendes Problem. Er empfiehlt, zum Schutz vor Einbrechern keine Wertgegenstände in Lauben aufzubewahren. Oft seien die Einbrecher auch nur auf der Suche nach Alkohol. Brackniß rief die Gärtner dazu auf, gegenseitig auf ihre Lauben zu achten, allerdings nicht zu auffällig: „Wenn regelmäßige Kontrollgänge bekannt sind, ist die Wirkung verpufft.“ In MV sind etwa 80 000 Kleingärtner in 1500 Vereinen aktiv.

„Streife gehen, wäre viel zu gefährlich“ Beim Verband Mecklenburg-Strelitz/Neubrandenburg hat laut Geschäftsstellenleiter Uwe Richter vor allem der Diebstahl von Kleingeräten zugenommen. „Auch Zerstörungswut ohne Sinn und Verstand ist schlimmer geworden.“ Mindestens doppelt so hoch wie im Vorjahr schätzt Richter die Zahl der Delikte. Ein Grund sei, dass die Gärtner häufig das Tor zur Kolonie nicht abschlössen. Zum Schutz vor Einbrechern habe ein Verein bereits bei Wachschutzfirmen angefragt. „Aber das ist einfach zu teuer“, sagte Richter. Er rät Gärtnern davon ab, selbst auf Streife zu gehen: „Das wäre viel zu gefährlich.“

In Schwerin ist die Zahl der Zwischenfälle im Vorjahr mit 46 fast unverändert geblieben. Drei Lauben seien angezündet worden und abgebrannt, sagte Reinhard Gehlhaar, der die Schweriner Gärtner in Versicherungsfragen berät. Im Gegensatz zu den Rostockern rät Gehlhaar, Läden und Gardinen der Lauben zu schließen, um keine neugierigen Blicke auf sie zu ziehen.

Kritischer als in der Landeshauptstadt ist die Situation in Stralsund. Tenor: „Die Einbrüche nehmen stetig zu und werden immer brutaler.“

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