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Bützow: „Seeblick“ wehrt sich gegen Bau von Kläranlagen : Kleingärtner protestieren

vom

Die Mitglieder der Gartenanlage "Seeblick" am Rühner Landweg Bützow laufen Sturm dagegen, dass auch sie künftig Kleinkläranlagen in ihren Gärten bauen sollen. Strategie: Unterschriftensammlung.

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erstellt am 01.Mär.2011 | 11:43 Uhr

Die Mitglieder der Gartenanlage "Seeblick" am Rühner Landweg Bützow laufen Sturm dagegen, dass auch sie künftig Kleinkläranlagen in ihren Gärten bauen sollen. Sie halten diese Forderung des Boden- und Wasserverbandes Warnow-Beke für völlig unverhältnismäßig und wehren sich mit einer Unterschriftensammlung dagegen. Diese wollen sie der Landesregierung übergeben.

80 der insgesamt 200 Kleingärtner von "Seeblick" - der größten Gartenanlage in Bützow - haben auf der Mitgliederversammlung am Sonnabend schon unterschrieben. Weitere werden folgen, da sind sich der Vereinsvorsitzende Günter Leitz ke und dessen Stellvertreter Manfred Schulz sicher. "Durch diese Forderung werden die Kleingärtner kaputt gemacht", sagt Schulz. Ältere, die ihren Garten schon lange haben, würden sich diesen Aufwand nicht mehr übernehmen und dann vielleicht ihren Garten aufgeben. Und junge Familien seien oftmals zu so einer Ausgabe nicht in der Lage. Dabei sei gerade die Anlage "Seeblick" sehr froh darüber, dass die Altersstruktur bei ihr recht gemischt sei und in den letzten Jahren viele junge Familien einen Garten übernahmen, so Manfred Schulz.

Lauf Abwassersatzung von 2009 sind alle Kleinkläranlagen im ländlichen Raum in MV auf den neuesten technischen Stand zu bringen, damit nirgendwo mehr Abwässer in die Natur laufen. Dies aber auch gleich auf die nur im Sommer genutzten Kleingärten zu übertragen, halten die Kleingärtner für völlig überzogen.

"Haushalte haben ein ganzjähriges, kontinuierliches Abwasseraufkommen mit zum Teil erheblich verschmutztem Abwasser durch den Zusatz von Waschmitteln und Chemikalien." Dagegen sei die Umweltbelastung durch Abwässer aus Kleingärten minimal, schätzen die Kleingärten ein. Denn im Gartenhaus habe man weder Waschmaschine noch Geschirrspüler. Hinzu komme, so Günter Leitzke, dass die Wege im hinteren Teil der Anlage so schmal sind, dass dort gar kein Fäkalien-Entsorgungsfahrzeug hin kommt.

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