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Freundeskreis Pinsk war eine Woche in der weißrussischen Stadt : Kleine Terrasse mit großer Wirkung

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Mitglieder vom "Freundeskreis Pinsk" des Deutschen Roten Kreuzes des Kreisverbandes Güstrow/Ortsverein Bützow haben ein Heim für Kinder mit Behinderung besucht.

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erstellt am 12.Jul.2011 | 11:57 Uhr

Zwei Rollstühle, eine Tonne Inkontinenzwindeln, ein Behinderten-Kinderfahrrad und jede Menge Kaffee und Süßigkeiten - mit diesem "Gepäck" haben vier Mitglieder vom "Freundeskreis Pinsk" des Deutschen Roten Kreuzes des Kreisverbandes Güstrow/Ortsverein Bützow ein Heim für Kinder mit Behinderung sowie Wassily, einen gehbehinderten jungen Mann in der weißrussischen Stadt, besucht.

"Um die Terrasse am Haus, in dem Wassily lebt, herzustellen, hatte Peter Beutel Geräte wie Kreis- und Motorsäge und eine Stichsäge in eine große Kiste gepackt", erzählt Udo Dinnebier, Leiter des Projektes. Er hat mit Peter Beutel, Maximilian Müller sowie Jürgen Höpfner, die auch beim DRK Bützow ehrenamtlich tätig sind, tatkräftig beim Bau der Terrasse mitangepackt. Nachdem die Mitglieder des Freundeskreises den jungen Mann 2009 kennen lernten, haben sie Schritt für Schritt versucht, seine Lebensbedingungen zu verbessern. So brachten sie ihm vergangenes Jahr einen neuen Rollstuhl mit und besorgten dieses Mal - neben dem Terrassenbau - eine spezielle Pflegematratze. Für Wassily ist vor allem die Terrasse ein großer Gewinn. Da das Haus bisher nur eine kaputte Treppe besaß, war es für ihn unmöglich, allein das Gebäude zu verlassen.

Dass die Männer die Terrasse an nur zwei Tagen überhaupt fertig stellen konnten, ist auch den "Überredungskünsten" von Udo Dinnebier zu verdanken. "Als wir ankamen, fehlten noch bestimmte Bretter, und auch Beton für die Gehweg-Platten war nicht da", erzählt der 52-Jährige. Sofort war klar: Statt eine Bestellung für Holz und Beton bei diversen Firmen aufzugeben, fuhren sie direkt in die Werke. Beim Holzunternehmen mussten sie besonders lange - gute vier Stunden - auf das Material warten. "Mit etwas Kaffee und unseren ,Rot-Kreuz-T-Shirts hat es schließlich geklappt", erzählt Dinnebier, der für die Besorgungen einen ganzen Tag brauchte. Immer an seiner Seite: Dolmetscher Alexander Lutzewitsch "Er hat nicht nur unsere Anliegen übersetzt, sondern uns auch eine Unterkunft besorgt, weil das Hotel, in dem wir einst übernachteten, abgerissen worden war", schildert Dinnebier. Doch die Anstrengungen haben sich gelohnt: Die Terrasse konnte tags darauf fertig gestellt werden. Der gehbehinderte Wassily war von Anfang an von dem Unterfangen fasziniert. "Er hat bei den Bauarbeiten immer zugeschaut und wollte gar nicht mehr ins Haus", sagt Dinnebier. Genauso begeistert waren auch die Kinder, die die DRK-Crew am Donnerstag in ihrem Heim besuchte. Herzlich wurden sie von den Steppkes empfangen und mit einem Lied begrüßt. Anschließend bastelten oder puzzelten sie mit den Kleinen und spielten mit ihnen. "Wir haben den Mädchen und Jungen Süßigkeiten, aber auch Malutensilien und Schreibmaterial sowie die Rollstühle und das Fahrrad mitgebracht", so Dinnebier. In dem Kinderheim, das der Freundeskreis Pinsk schon seit Jahren besucht, leben vor allem Kinder aus problematischen Familien. Freude hat der Besuch - auf beiden Seiten - allemal gebracht. Der Bernitter Michael Dinnebier engagiert sich für das ehrenamtliche Projekt, das seit etwa 15 Jahren die beiden Verbände in Deutschland und Weißrussland verbindet. Begonnen hat es mit einem EU-Projekt. Als das endete, blieben die Beziehungen erhalten. Vor allem aus dem Bereich Bützow stammen die dabei besonders aktiven DRK-Mitarbeiter. Die Geschenke und Materialien für die Bauarbeiten werden dabei ausschließlich aus Spenden finanziert. Denn Windeln und Rollstühle sind für die Menschen dort fast unerschwinglich: Ein Lehrer verdient zwar 1,8 Millionen Rubel, doch eine Packung Windeln kostet bereits 160 000 Rubel. Für einen Euro bekomme man derzeit 9 000 Rubel.

Dinnebier schmiedet bereits Pläne. "Wir haben dort einige Sachen fotografiert, wollen eventuell einen Raum neu tapezieren", sagt er. Dass sie dabei auf die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Mitglieder des dortigen Roten Kreuzes zählen können, ist gewiss. "Wir wurden jeden Abend zum Essen eingeladen und haben Mitglieder des Partnerverbandes auch in ein Restaurant ausgeführt", so Dinnebier. Er blickt auf eine ausgefüllte, erfolgreiche Woche zurück. "Es hat alles reibungslos geklappt."

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