Klaus-Peter Schulz aus Putlitz steht nach drei Jahren komplett auf eigenen Beinen

Sandra Balkow (M.) folgte nicht nur der Einladung von Klaus-Peter Schulz, sie besuchte auch Sabine Dierks. Die Frisörin hatte sich wie der Geschäftsmann mit Gründerlotsenhilfe vor drei Jahren selbstständig gemacht und steht  jetzt ebenfalls völlig auf eigenen Füßen. Foto: Manfred Drössler
Sandra Balkow (M.) folgte nicht nur der Einladung von Klaus-Peter Schulz, sie besuchte auch Sabine Dierks. Die Frisörin hatte sich wie der Geschäftsmann mit Gründerlotsenhilfe vor drei Jahren selbstständig gemacht und steht jetzt ebenfalls völlig auf eigenen Füßen. Foto: Manfred Drössler

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13. Mai 2008, 06:01 Uhr

Putlitz - „Erinnern Sie sich noch an mich, an Klaus-Peter Schulz aus Nettelbeck? Wir standen das letzte Mal vor drei Jahren in Kontakt. Mit Ihrer Hilfe machte ich mich damals selbstständig, mit einem Geschäft für Haus-, Hof- und Gartenbedarf in Putlitz“, schrieb der 47-Jährige an Sandra Balkow.

Natürlich erinnerte sich die Gründerlotsin des BBZ Wittenberge e.V. noch gut an den Nettelbecker. Der hatte fast 20 Jahre bei der BHG Putlitz gearbeitet, bekam dann seine Papiere und wurde arbeitslos. „Das Schicksal wollte es, dass Herrmann Glaser sein traditionsreiches Geschäft abgemeldet hatte, von meiner Entlassung erfuhr und mich fragte, ob ich das Geschäft mit einer Neueröffnung weiter führen würde. Nach kurzer Überlegung sagte ich zu, denn ich kenne viele Kunden, hörte bei der IHK auch von dem Lotsendienst und dachte mir, das muss gehen. Wenngleich ich aus heutiger Sicht sagen muss, dass das ganz schön mutig war“, blickt Klaus-Peter Schulz auf das Frühjahr 2005 zurück.

Das meint auch Sandra Balkow. „Die Gründung von Ladengeschäften ist nur noch selten zu finden.“ Daher half sie dem Nettelbecker gern mit der gezielten Gründungsvorbereitung und Startphasenbegleitung, vermittelte Wissensaneignung zu baurechtlichen Fragen, zu Steuerfragen, Marketing, EDV-Anwendung usw.

Erst 1000 Artikel, jetzt sind es 5000

„Ich begann damals mit weniger als 1000 Artikeln, stellte sie großzügig in die Regale, die Kartons dazu, damit es nach mehr aussah. Heute kann ich, orientiert an den Wünschen der Kunden, ca. 5000 verschiedene Artikel anbieten und habe bisher alles ohne Kredite gepackt“, erzählt Schulz mit Stolz. Ihm zur Seite steht im Geschäft Monika Muhs, langjährige Kollegin in der damaligen BHG. Schulz’ Frau, die mehrere Jahre arbeitslos war, ist ebenfalls angestellt, sie führt die Büroarbeit.

Im April lief jetzt die Existenzgründerförderung für den Nettelbecker aus, er steht damit völlig auf eigenen Füßen. Wenngleich die 14 400 Euro, die für drei Jahre gezahlt wurden, eigentlich nur für die SV-Beiträge reichten. „Die Existenzgründung war richtig, ich würde es wieder tun. Mit dem Geschäft habe ich eine Existenz und ein Ziel und möchte noch 20 Jahre weiter machen“, unterstreicht Schulz, der sich zugleich bei der Gründerlotsin bedankt.

„Die individuelle Förderung von Gründungswilligen gibt es nur im Land Brandenburg, sie ist in dieser speziellen Form einzigartig, anderswo erfolgt vieles in Gruppenmaßnahmen“, betont Sandra Balkow. In Brandenburg arbeiten 22 Lotsendienste, dazu kommen vier weitere an Hochschulen, drei speziell für Jugendliche sowie weitere für Migranten und Unternehmensnachfolger.

Im Landkreis Prignitz ist das BBZ als Gründerlotse tätig. „Wir unterstützen speziell Kleingründungen. Pro Jahr führen wir ca. 500 Infogespräche, bevor es zu einem Seminar kommt. Dabei springen etliche Teilnehmer ab, die sich eine Existenzgründung leichter vorgestellt hatten. Doch nur diejenigen, die den absoluten Willen haben zu lernen, sich zu qualifizieren, auf den Kunden zu zu gehen, haben Aussicht auf Erfolg“, stellt die BBZ-Mitarbeiterin klar.

97 Prozent sind noch am Markt
Mehr als 200 Gründungswillige nutzten bisher Assessment-Seminare des Lotsendienstes zur Vorbereitung auf die Selbstständigkeit. In der Förderperiode 2007-2009 befinden sich derzeit rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

„Nach den ersten drei Jahren des Gründerlotsenprojekts starteten wir eine Umfrage, in der es bei 97 Prozent der Rückmeldungen hieß: Wir sind noch am Markt“, berichtet Balkow. Die Umfrage erhebe jedoch keinen Anspruch auf eine repräsentative Aussage.
Übrigens: eine neue Seminarreihe beginnt am 19. Mai, den Kontakt gibt es über 03877/561828.

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