Klassisches Märchen verzaubert zu Weihnachten

<strong>Schlafen um zu vergessen</strong>: der verzauberte Zwerg Nase (Cem Ali Gültekin) lässt sich sich von Harlekin (Conrad Waligura)  in den Schlaf wiegen. <foto>Michael-Günther Bölsche</foto>
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Schlafen um zu vergessen: der verzauberte Zwerg Nase (Cem Ali Gültekin) lässt sich sich von Harlekin (Conrad Waligura) in den Schlaf wiegen. Michael-Günther Bölsche

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09. November 2009, 06:06 Uhr

Parchim | Am Ende jubelten und trampelten sie, als hätten sie sich gar nicht satt sehen können an dem, was Zwerg Nase da auf der Bühne zusammengerührt und gekocht hatte. Bei der Premiere des Weihnachtsmärchens am Mecklenburgischen Landestheater Parchim hatte am Sonntag vor allem das junge Publikum seinen Spaß. Denn Michael Bandts Inszenierung von Wilhelm Hauffs Märchen hat alles, was ein klassisches Märchen haben muss: einen Helden, eine böse Fee, ein fantastisches und spannendes Abenteuer und ein Happy End. Dazu hat Ulv Jakobsen mit einem schnörkellosen und dennoch verwunschenen Bühnenbild und bunten Kostümen eine märchenhafte Atmosphäre geschaffen.

Im Mittelpunkt der Inszenierung steht der Marktjunge Jakob und später der verzauberte, langnasige Zwerg (Cem Ali Gültekin). Der versucht hüpfend, singend und beständig im Kochtopf rührend, die Zuschauer zu begeistern. Wirklich gelingt ihm das erst im Zusammenspiel mit Jenny Maria Meyer, deren böse Fee Kräuterweis ein bisschen Kräuterhexe und ein bisschen Femme Fatale ist.

Ihrer Hexerei verdankt er seine Hässlichkeit, aber auch seine Kochkünste, mit denen er am Hof des Fürsten und größten Schleckerers und Schlemmerers brilliert. Dort trifft er auf die gewitzte Gans Mimi (Wiebke Rohloff), die für die größten Turbulenzen auf der Bühne und die größte Begeisterung der Zuschauer für das sonst wenig rasante Stück sorgt. Den bedächtigen Takt gibt vor allem Conrad Waligura vor, der stets präsent als Harlekin über die Bühne schleicht und wie ein Erzähler aus einer anderen Zeit die Handlung kommentiert.

Ein paar aktuelle Scherze hat sich Michael Bandt erlaubt - und lässt Gültekin als Marktjungen rappen und im Kampf mit der Hexe zum Kung-Fu-Zwerg werden. In der sonst traditionellen Inszenierung wirken solche Witzchen allerdings ein wenig bemüht. Für die wirklichen komischen Höhepunkte sorgen ganz klassische Märchenfiguren: der selbstherrlich näselnde Herzog, gespielt von Ulf Perthel, und sein speichelleckender Leibkoch, den Romeo Riemer gibt. An ihrer Spielfreude mochte sich auch das erwachsene Publikum bei der Premiere nicht satt sehen.

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