Klarster See des Nordens in Gefahr - Experten warnen vor Veränderungen im Stechlin

Die Qualität des noch glasklaren Wassers, Markenzeichen des Stechlin-Sees in Brandenburg, nimmt dramatisch ab. Tourismusverband Ruppiner Land/dpa
Die Qualität des noch glasklaren Wassers, Markenzeichen des Stechlin-Sees in Brandenburg, nimmt dramatisch ab. Tourismusverband Ruppiner Land/dpa

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14. August 2008, 09:03 Uhr

Rheinsberg - Der als klarster See Norddeutschlands geltende Große Stechlin-See im Ruppiner Land ist in Gefahr: Experten sehen eine dramatische Verschlechterung seiner Wasserqualität. „Es gibt ernste Anzeichen, dass sich im See etwas verändert“, sagte der Wissenschaftler Peter Caspar vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) gestern. Er müsse aufmerksam beobachtet werden. „Dem See geht es wirklich nicht gut“, bestätigte auch der Präsident des Landesumweltamtes Matthias Freude.

Die Veränderungen im Wasser seien Langzeiteffekte, erläuterte Caspar. So diente der See von 1966 bis 1990 dem Kühlkreislauf des Kernkraftwerks Rheinsberg. Seitdem habe sich die Wassertemperatur um etwa ein Grad erhöht. Auch der Überfluss aus dem Dagowsee tue dem Gewässer nicht gut. Zunehmend steige Phosphor aus dem Schlamm am Seeboden hoch.

Zudem zogen sich nach Angaben des Landesumweltamtes die wertvollen Armleuchteralgen immer mehr zurück und werden von Grünalgen überwuchert. Der bisher so klare Stechlin habe nur noch eine Sichttiefe von vier bis fünf Metern. „Dabei müsste er mindestens acht Meter Sichttiefe haben“, so Freude.

Der brandenburgische Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (NABU), Tom Kirschey forderte ein Sofort-Hilfe-Programm, unter anderem mit Dauerbeobachtung des Sees.

Viele der geforderten Maßnahmen werden laut Landesumweltamt allerdings bereits umgesetzt. „Es ist keine Frage, dass dieses einzigartige Kleinod geschützt und untersucht wird“, versicherte Freude.

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