Klares SPD-Votum für Sellering

Die SPD nominierte gestern ihren Landesvorsitzenden, Erwin Sellering, zum Nachfolger von Harald Ringstorff als Regierungschef. Mit 87,1 Prozent der Delegiertenstimmen fiel das Votum auf dem Parteitag in Güstrow eindeutig aus.

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24. August 2008, 07:16 Uhr

Güstrow - Sellering zeigte sich nach der Wahl zufrieden: „Mein unbescheidenster Wunsch waren 85 Prozent“, sagte er am Rande des Güstrower Parteitages. Damit ist der Weg für den 58-jährigen gebürtigen Westfalen ins höchste Regierungsamt Mecklenburg-Vorpommerns frei. Am 6. Oktober wird ihn der Landtag zum Ministerpräsidenten und Nachfolger Harald Ringstorffs wählen. Die SPD ist stärkste Fraktion und auch der Koalitionspartner CDU hatte bereits erklärt, dass sie den Vorschlag der Sozialdemokraten mittragen werden.

Der Jurist ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und lebt seit 14 in Greifswald. Seit 1994 ist Sellering Mitglied der SPD. Im April vergangenen Jahres hatte der Landesverband ihn zu seinem Vorsitzenden gewählt. Zu Beginn seiner Rede auf dem Güstrower Parteitag lobte Sellering den aus dem Amt scheidenden Regierungschef. „Harald Ringstorff ist zu einem wahren Landesvater für alle Mecklenburger und Vorpommern geworden“, sagte der Sozialminister. Ringstorff wurde vom Parteitag der Ehrenvorsitz angetragen. Zehn Jahre führte der dienstälteste Ministerpräsident Ostdeutschlands verschiedene Regierungen in Mecklenburg-Vorpommern. Vor Gut zwei Wochen hatte er seinen Rücktritt erklärt, das Landtagsmandat wird er allerdings behalten.

Der designierte Ministerpräsident Erwin Sellering nannte Kinder- und Familienförderung, Verbesserung der Bildung, Haushaltskonsolidierung sowie Förderung von Wirtschaftsinovationen die vordringlichen Schwerpunkte seiner Politik. „Lasst und große Ziele setzen: 2020 soll Kita kostenlos sein, das muss selbstverständlich auch für das Mittagessen gelten, selbstverständlich auch in den Schulen“, sagte er in seiner Rede. Ferner solle die Abiturientenquote von derzei 33 auf 40 Prozent steigen und die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss auf höchstens die Hälfte des derzeitigen Niveaus sinken.

Zu personellen Entscheidungen wollte sich Sellering auch gestern nicht äußern. „Ich werde von Morgen an Gespräche dazu führen“, kündigte er an. Die Kabinatessstruktur mit acht Ministerien will er aber nicht verändern. Nach den ebenfalls angekündigten Rücktritten von Sigrid Keler und Otto Ebnet sind neben dem Amt des Sozialministers auch die der Finanzministerin und des Verkehrsministers neu zu besetzen.

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