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Ärger über landeseigene Deponie : Klärschlamm-Pläne sorgen für Kritik

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Auf dem Gelände der größten Sondermülldeponie Europas soll künftig nicht mehr nur Haus- und Sondermüll entsorgt, sondern auch Klärschlamm getrocknet werden. Diese Pläne der landeseigenen Deponie stoßen auf Widerstand.

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2011 | 06:45 Uhr

Selmsdorf | Auf dem Gelände der größten Sondermülldeponie Europas soll künftig nicht mehr nur Haus- und Sondermüll entsorgt, sondern auch Klärschlamm getrocknet werden. Diese Pläne der landeseigenen Deponie stoßen auf Widerstand bei Anwohnern. Birgit Schreinert aus Selmsdorf stinkt es schon jetzt gewaltig: Sie hat nicht nur Angst, dass ihr Grundstück an Wert verliert. "Der Geruch ist jetzt so stark, so aggressiv, dass wir nachts bei geschlossenem Fenster mit Übelkeit aus dem Schlaf gerissen werden. Ich habe des Öfteren schon nachts auf der Deponie angerufen und habe gesagt: Ich kann nicht schlafen, es stinkt erbärmlich." Sie wohnt nur 400 Meter von der größten Sondermülldeponie Europas entfernt.

Auch Anwohner Wolfgang Blanck schüttelt über die Pläne der landeseigenen Deponie mit dem Kopf. "Es reicht schon, dass wir den Müllberg hier haben. Da müssen wir uns nicht noch so eine stinkige Anlage vor die Tür holen." Anwohner Kuno Witt kritisiert auch die Genehmigungsbehörden, spricht von Geheimniskrämerei. "Höchstwahrscheinlich wird der Klärschlamm nicht unbelastet sein. Denn eine vernünftige Auskunft bekommen wir von den Behörden nicht, was dort genau geplant ist", so Witt.

Deponie-Geschäftsführer Berend Krüger kann die Befürchtungen der Anwohner dagegen nicht verstehen. Klärschlamm habe einen relativ geringen Eigengeruch, versucht er zu beruhigen. Kritik gibt es aber nicht von Anwohnern. Auch die Nachbargemeinde Schönberg ist sauer. "Wir sind nicht informiert worden", sagt Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze.

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