Kitas erhalten mehr Geld

svz.de von
08. Juli 2010, 10:21 Uhr

Schwerin | Die Kinderta geseinrichtungen im Nordosten erhalten künftig jährlich 22 Millionen Euro mehr. Damit steigt die Gesamtsumme, die für die Kitas pro Jahr ausgegeben wird, auf insgesamt 131 Millionen Euro. Das beschloss gestern der Landtag mit den Stimmen der Regierungsfraktionen SPD und CDU. Ursprünglich wollte Rot-Schwarz 15 Millionen Euro mehr zur Verfügung stellen, packte bei den Verhandlungen aber noch einmal sieben Millionen Euro drauf.

"Wir machen die Kitas zukunftsfest, damit alle Kinder die bestmögliche Bildung bekommen", hatte vor der Beschlussfassung Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) für die Annahme des Gesetzentwurfes geworben. Unter anderem machten es die zusätzlichen Mittel möglich, den Betreuungsschlüssel - Kinder je Erzieher - von derzeit 1:18 auf 1:17 zu senken. So hätten die Erzieher mehr Zeit für das einzelne Kind. Außerdem sind in der Summe fünf Millionen Euro für den Einsatz an Kitas in sozialen Brennpunkten reserviert. "Kinder brauchen einen liebevollen Start ins Leben - das gilt für alle Kinder, unabhängig davon, wie viel Geld ihre Eltern verdienen", sagte Sellering. Kritik erntete der Gesetzentwurf von der Links-Fraktion und der der FDP. So kritisierte die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Marianne Linke, dass mit der Novellierung der Qualitätsanspruch ausgehebelt werde. Hintergrund sei "dass künftig pädagogische Fachkräfte auch durch pädagogisches Personal ersetzt werden" könnten. "Wir haben ein Problem damit, wenn nicht qualifiziertem Personal Zugang zu Kindern ermöglicht wird", sagte Linke. Abgeordnete von SPD und CDU wiesen dies als nicht zutreffend zurück.

Linke bemängelte auch, dass die Mädchen und Jungen künftig auch Religionen kennenlernen sollen. "Wir lehnen es ab, kleine Kinder zwangsweise religiös zu bilden oder anderweitig ideologisch zu indoktrinieren", meinte die Linkspolitikerin. Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) hielt dem entgegen, dass man verschiedene Religionen kennen lernen müsse, wenn man tolerante Menschen erziehen wolle.

FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Roolf schließlich sah durch die vorgesehene Dokumentation zu jedem Kind den Datenschutz gefährdet: "Es kann nicht sein, dass ohne Zustimmung der Eltern Daten gesammelt werden."

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