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MV: Kita-Gesetz : Kita-Kosten im Land explodieren

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Fünf Millionen Euro hat das Land mit dem neuen Kita-Gesetz zusätzlich zur Verfügung gestellt, um die Elternbeiträge zu stabilisieren. Doch die Realität sieht anders aus.

svz.de von
erstellt am 08.Mär.2011 | 11:18 Uhr

Fünf Millionen Euro hat das Land mit dem neuen Kita-Gesetz zusätzlich zur Verfügung gestellt, um die Elternbeiträge zu stabilisieren. Doch die Realität sieht anders aus. In mehreren Kommunen des Landes werden derzeit Beitragssteigerungen vereinbart. So haben sich in der vergangenen Woche beispielsweise die Kita gGmbH und die Stadt Schwerin darauf verständigt, dass die Beiträge der Eltern für Ganztags- und Halbtagsplätze in der Landeshauptstadt steigen sollen. Die Höhe steht noch nicht fest. Ähnliche Meldungen gibt es aus Wismar und Stralsund. Elternvertreter sind verärgert, Kritiker des Kita-Gesetzes fühlen sich bestätigt.

"Das zusätzliche Geld des Landes reicht nicht aus, um der gestiegenen Zahl der Kinder gerecht zu werden", sagt Silvia Sandmann vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in MV. So stünden pro Kind und Jahr 1016 Euro zur Verfügung. Das Finanzierungsniveau liege damit auf dem Niveau des Jahres 2006. Zwischen 2006 und 2009 sei die steigende Kinderzahl in den Kitas nicht berücksichtigt worden. "Statt fünf wären zehn Millionen Euro notwendig gewesen", meint Silvia Sandmann. 2010 zählten die Einrichtungen im Land demnach 17 747 Kinder mehr als 2004. Auf der anderen Seite würden die Kosten für die Gehälter steigen. "Die Gewerkschaften machen Druck, hinzu kommt der Fachkräftemangel", so die Expertin.

Für chronisch unterfinanziert hält auch der Elternbund Mecklenburg-Vorpommern das "System Kita". "Die aktuelle Situation im Land mit der bundesweit höchsten Gruppengröße, schlechten Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Elternbeiträgen, die weder in der Höhe gesetzlich begrenzt, noch landesweit einheitlich sozial gestaffelt sind, bedeutet eine denkbar schlechte Visitenkarte für das ,Kinderland Mecklenburg-Vorpommern", sagt Elternbund-Sprecher Christian Feldman.

Das Sozialministerium wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Höhe der Elternbeiträge unterliege Faktoren, die nicht durch das Land beeinflusst werden könnten, wie Tarifsteigerungen oder Betriebskosten, heißt es. Das Land liefere die gesetzlichen Rahmenbedigungen. Von den 22,1 Millionen Euro zusätzlichen Landesmitteln seien fünf Millionen Euro für den Ausgleich der steigenden Inanspruchnahme der Einrichtungen vorgesehen. Die restlichen Mittel fließen unter anderem in die Förderung sozial benachteiligter Kinder und in die Senkung des Betreuungsschlüssels im Kindergarten von 1 zu 18 auf 1 zu 17.

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