zur Navigation springen

Auszeichnung in Schwerin : Kita für Pendler-Kinder

vom

Ein Projekt für familienfreundliche Arbeitsbedingungen im Gastgewerbe, ein "Betreuungsbaukasten" für Pendler und ein Servicecenter für Männer in Elternzeit gehören zu den zehn innovativsten Ideen.

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2011 | 10:44 Uhr

Diese Projekte wurden für eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben, gestern in Schwerin ausgezeichnet. Sozialministerin Manuela Schwesig und die Landesgleichstellungsbeauftragte Margret Seemann (beide SPD) hatten den landesweiten Wettbewerb ins Leben gerufen. Das Land wird die Umsetzung der Gewinner-Projekte nun mit insgesamt einer Million Euro unterstützen.

Vor allem Pendler stehen bei der Frage der Kinderbetreuung oft vor einem großen Problem: Die lange Fahrt zur Arbeit ist kaum mit den Kita-Öffnungszeiten am Wohnort zu vereinbaren. Ein Thema besonders im Landkreis Ludwigslust, in dem fast 30 Prozent der Arbeitnehmer pendeln. "Wir haben am Bahnhof eine Befragung durchgeführt und festgestellt, dass viele Pendler und ihre Familien Schwierigkeiten mit der Betreuung haben", sagt Britta Kremke von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Die Wirtschaftsförderer haben deshalb das Projekt "Papa pendelt" entwickelt. Geplant ist ein Baukastensystem mit drei Säulen: ein Gemeinschafts-Betriebskindergarten im Gewerbegebiet "Megapark Valluhn", ein Pendler-Kindergarten in Bahnhofsnähe mit Hol- und Bringedienst und ein Notfall-Betreuungsportal für Arbeitnehmer mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen. Nach Berechnungen der Planer könnten rund 2000 Familien von dem Projekt profitieren.

Branchenspezifische Lösungen für das Gastgewerbe sucht unterdessen der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in MV. Geplant ist ein Modellprojekt mit zunächst vier Unternehmen auf der Insel Usedom. Es soll später auf andere Regionen übertragen werden, wie Verbandsgeschäftsführer Uwe Barsewitz erläutert. Dazu sollen zum einen regionale Netzwerke zwischen Betrieben, Kommunen und Dienstleistern geknüpft werden, um eine Kinderbetreuung zu Randzeiten oder Hilfe bei der Pflege von Angehörigen zu gewährleisten. Zum anderen sollen die Arbeitsabläufe in den Betrieben familienfreundlicher gestaltet werden. "Ziel ist es, die Attraktivität von Arbeitsplätzen im Gastgewerbe zu erhöhen", sagt Barsewitz. Das Modellprojekt wird von der Universität Greifswald wissenschaftlich begleitet. "Wir wollen gemeinsam an rechtssicheren Lösungen arbeiten", so Barsewitz.

Die Fachhochschule Stralsund hat sich dagegen vorgenommen, die Rolle des Mannes bei der Familienarbeit zu stärken. Sie plant ein Service-Center speziell für Männer, die in Elternzeit gehen, Familienarbeit leisten oder einen Angehörigen pflegen.

Die weiteren Gewinner-Projekte: eine "Kommunikationsplattform Pflegezeitmanagement" im Raum Stralsund, ein Servicebüro für Personalbetreuung im Raum Rostock, der Aufbau von bezahlbaren Betreuungsnetz werken in Vorpommern, ein Firmenverbund mit Ideen für betriebliche Ferienbetreuung in Rostock, ein Pflege- und Familiennetzwerk an der Mecklenburgischen Seenplatte, ein Web-Portal zum Thema Beruf und Familie und eine Koordinierungsstelle für einen "Vereinbarkeits-Fonds" in Westmecklenburg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen