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Bützow : Kirchturm erhält bald eine Frischekur

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Die Sanierung der Stiftskirche geht weiter. Im vierten Bauabschnitt wird ab Mai dieses und kommendes Jahr der Kirchturm erneuert. "Derzeit läuft die Ausschreibung für alle Arbeiten", so Architekt Böhnke.

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erstellt am 21.Apr.2011 | 11:56 Uhr

Die Sanierung der Stiftskirche geht weiter. Im vierten Bauabschnitt wird ab Mai dieses und kommendes Jahr der Kirchturm erneuert. "Derzeit läuft die Ausschreibung für alle Arbeiten", sagt Architekt Hartmut Böhnke, der sich telefonisch mit einem Unternehmen über einige Details zur Ausschreibung für Dachdecker unterhalten hat.

Doch der Bützower hat bei diesem Bauabschnitt, der sich über ein Jahr erstrecken wird, einen sehr umfangreichen Ablaufplan im Blick. Dazu zählt unter anderem auch die Einrüstung des Turms. "Wir beginnen damit erst Anfang August", sagt Böhnke. Der Grund: In dem Gemäuer nisten Dohlen- und Turmfalkenpärchen, auch Schleiereulen hätten dort 2010 ihr Nest gehabt. Der Nachwuchs müsse erst geschlüpft und flügge sein, bevor die Maßnahme begonnen werde, sagt Böhnke. So will es der Naturschutz.

Turm wird von allen Seiten eingerüstet

Denn: Die Phase der Einrüstung hat es in sich. "Es wird eine Vollsperrung von vier Wochen, bei der die Zufahrt von der Kirchenstraße zum Kirchenplatz gesperrt ist, geben", sagt Pastor Karl-Martin Schabow. "Wir müssen alle Seiten des Kirchturmes einrüsten, um die Statik des Gerüstes zu gewährleisten", sagt Böhnke. 63 des 74 Meter hohen Turmes werden Anfang September eingerüstet sein. Die Spitze ist ausgenommen - sie wurde bereits Anfang der 90er-Jahre erneuert. "Fast die Hälfte der Kosten fließt in den Aufbau des Gerüstes", so Böhnke.

Die verschiedenen Handwerker wie Tischler oder Zimmerer legen jedoch schon im Mai oder Juni los.

So führen unter anderem auch Maurer ihre Arbeiten am Schildgiebel, der so manchen Schaden aufweist, durch. Beispielsweise seien in diesem Bereich die Auflager der Eichenschwellen, die zur Turmdachkonstruktion gehören, durch jahrhundertelange Schubkräfte beschädigt worden. Zimmerer erneuern bei der Turmkonstruktion - den Vorgaben des Statikers zufolge - spezielle Knotenpunkte der Holzbalken. Tischler werden bei der Turm-Sanierung alle 18 Luken ausbessern. "Sechs davon sind sogenannte Schallluken, also Lamellen, die eine waagerechte Struktur aufweisen", erläutert Böhnke. Nicht ohne Grund: Der Schall der Glocke läuft an ihnen entlang und verteilt sich gleichmäßig im Turm.Weiterer Vorteil: Durch die waagerechten Luken dringt das Geläut nach außen, doch Regen gelangt nicht in den Innenraum. All diese Arbeiten könnten noch in diesem Jahr behoben sein.

700 Quadratmeter Dachfläche werden neu eingedeckt

Die Dachdeckerarbeiten ziehen sich jedoch bis ins kommende Jahr. "Das Dach ist in acht Teile aufgegliedert, wovon drei bereits 1996 ausgebessert worden", sagt Böhnke. Nun müssen die restlichen fünf Seiten gemacht werden - eine Fläche von immerhin 700 Quadratmetern. Dabei wird die Fläche mit neuen Eichenschindeln eingedeckt. "Es sind handgespaltene Schindeln, da sie wesentlich länger halten als gesägte Stücke. Es werde nicht gegen die natürliche Maserung gearbeitet", so Böhnke. Weil sie mit der Hand zugeschnitten werden, dauere es vom Zeitpunkt der Auftragsvergabe an etwa fünf bis sechs Monate bis sie in Bützow einträfen. Die Lieferdauer ist auch der Menge geschuldet: Für 700 Quadratmeter Dachfläche werden 46 200 Schindeln benötigt. Die Kosten dieses Bauabschnittes belaufen sich auf 384 000 Euro. Etwa 80 Prozent des Betrages werden vom Bund, vom Landesamt Denkmalpflege, durch Patronatsmittel sowie von der Landeskirche getragen. Der Rest stammt aus Eigenmitteln vom Kirchenkreis sowie der Kirchgemeinde. In den vergangenen Jahren wurde im Gotteshaus bereits das Dachtragewerk sowie das Dach saniert.Der Dachreiter sowie die Gewölbe werden 2010 aufgearbeitet. Die Kirchturmuhr wurde vom Förderverein erneuert.

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