Projekttage an der Ecolea in Schwerin : Kinderwunsch: Schule ohne Mobbing

Schüler der Klasse 5c der Ecolea haben sich aus dem Anti-Mobbing-Koffer Anregungen für das Miteinander geholt. Schüttpelz
Schüler der Klasse 5c der Ecolea haben sich aus dem Anti-Mobbing-Koffer Anregungen für das Miteinander geholt. Schüttpelz

Was wünschen sich Kinder? Ganz oben auf der Liste steht bei den Schülern der 5. Klassen der Ecolea eine mobbingfreie Schule. Das jedenfalls schrieben sie zu Beginn ihrer Projektwoche auf die Wunschzettel.

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19. Oktober 2011, 11:18 Uhr

Was wünschen sich Kinder? Ein Haustier, ein Aquarium, ein Handy? Ganz oben auf der Liste steht bei den Schülern der 5. Klassen der Ecolea aber auch eine mobbingfreie Schule. Das jedenfalls schrieben sie zu Beginn ihrer Projektwoche auf die Wunschzettel. Hat das Problem tatsächlich eine derart hohe Brisanz?

"Ja, ganz eindeutig", sagt Juliane Schomann, Projektkoordinatorin der Techniker Krankenkasse (TK) in Schwerin, die gemeinsam mit dem Bildungsministerium die Aktion "mobbingfreie Schule" in MV angeschoben hat. Im Durchschnitt sei jeder sechste Schüler von Mobbing betroffen, oft mit schlimmen Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung. "Kinder sollen mit Spaß in die Schule gehen, sich in der Klasse wohlfühlen, Freunde finden und Erfolg haben. Dazu braucht das Kind eine Klassengemeinschaft, auf die es sich verlassen kann", erläutert Schomann. Die Projektwoche "Mit dem Anti-Mobbing-Koffer unterwegs" sei dafür hervorragend geeignet.

Das Ergebnis der Aktion an der Ecolea, die als erste Schule in Schwerin bei dem Projekt mitmachte, belegt dies. "Wir hatten ein sehr positives Feedback sowohl von den Eltern als auch den Schülern und Pädagogen", bilanziert Schomann. Christine Zapfe, die Elternratsvorsitzende, ist ebenfalls zufrieden: "Die Projektwoche ist ausgezeichnet gelaufen. Die Schüler, vor allem aber auch die Eltern, wurden für dieses wichtige Thema sensibilisiert." Aus ihrer Sicht sei der Zeitpunkt zu Beginn des 5. Schuljahres gut gewählt. Die Klassenverbände der weiterführende Schule formierten sich gerade, Projektarbeit werde als neue Unterrichtsform eingeführt und die Kinder seien in dem Alter noch sehr aufnahmefähig für die Regeln des Miteinanders.

Patricia und Leonie, Julius und Niklas aus der 5c beispielsweise stellten den Eltern in kleinen Referaten und anhand von Bildern vor, wie sie sich ihre Schule und das Zusammensein in der Klasse wünschen: kein Mobbing, Hilfsbereitschaft, höflicher und freundlicher Umgang miteinander. Differenzen werden im Gespräch gelöst, Gewalt nicht unterstützt. Andere Projektgruppen spielten Konfliktszenen nach und stellte Lösungen schauspielerisch dar.

"Die Schüler haben die Zeit gut genutzt. Sie haben gelernt, Individualität zu akzeptieren, wollen andere nicht ausgrenzen", fasst Heike Schmedemann vom TK-Projektteam zusammen. Auch Nicole Frick-Scheie, Mutter der zehnjährigen Lissy-Mae, ist begeistert: "Total informativ, sehr lehrreich, einfach super", bewertet sie die Anti-Mobbing-Woche. "Und nicht nur mein Kind hat viel gelernt. Ich denke schon, dass ich künftig auch mehr auf die kleinen Dinge achte, die man leicht übersehen kann."

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