Kinder- und Bildungsland Nr. 1

von
20. Juli 2010, 11:20 Uhr

Landesweit fordern viele eine Einheitsschule im Einheitssystem und berufen sich dabei auf Finnland, das die DDR kopiert habe. Falsch, denn in Finnland ist jede Schule selbstständig, es gibt keine Schulämter oder gar Schulräte. Alle finnischen Schulen (40 Prozent haben weniger als 50 Schüler, 60 Prozent weniger als sieben Lehrkräfte, nur 3 Prozent der Schulen haben über 500 Schüler) arbeiten nach einem eigenen Lehrplan. Das Ergebnis ist imposant: Mit erheblich weniger Unterricht erzielen die Kinder erheblich bessere Leistungen als in Deutschland, 70 % machen Abitur. Egal ob arm oder reich: Eltern, Kinder und Lehrer sind zufrieden. Lehrer in erfolgreichen Ländern arbeiten so viel wie unsere Lehrer in angeblicher Teilzeit. Die suggerierte Vollarbeitszeit von 27 Stunden vor der Klasse ist eine Farce für die Gesundheit aller. Das Lehrerproblem schiebt das Land seit über einem Jahrzehnt ungelöst vor sich her.
Zusammenfassend komme ich zum Fazit: Die Politik führt weiter sinnlose Strukturdebatten, an deren Ende die große unselbstständige, zentrale, anonyme und unkontrollierbare Einheitsschule mit Lehrermangel, Ausfall und schlechten Ergebnissen steht, die Lücken zu anderen Ländern immer größer werden. Der Satz des Chefs der holländischen Schulaufsicht beim Bildungskongress des Bundespräsidenten an Deutschland „Gebt die Schule der Gesellschaft zurück“ ist unverstanden. Die Misere beginnt früher: im Kindergarten. Es ist ein Skandal, dass die SPD-Bundestagsfraktion einen Betreuungsschlüssel von 1:8 (Schweden hat 1: 5,4) fordert, die stellvertretende Bundesvorsitzende hier im Land als Ministerin den deutschlandweit höchsten und doppelt so hohen beibehält. Das Chaos in der Bildungspolitik im Land wird deutlich, in dem unser Land die Erhebung von Studiengebühren ablehnt, also damit erheblich das Studium von Nichtlandeskindern zahlt, welche das Land nach Beendigung des Studiums wieder verlassen. Deren Studium zahlen die Eltern im Land, welche seit Jahren mit steigenden Kita-Gebühren zur Kasse gebeten werden. Diese kinderfeindliche Politik gegen die Landeseltern durch angeblich soziale Parteien erschließt sich mir nicht.
Kinder in unserem Land brauchen endlich wieder eine ehrliche und fachliche Lobby, Parteien sollten den Einrichtungen endlich ihre Unabhängigkeit geben.

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