Alkoholmissbrauch bei Schülern – Präventionsprojekt „HaLT“ hilft : Kinder in Gefahr

Mehr als 400 Kinder und Jugendliche müssen jährlich mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.dpa
Mehr als 400 Kinder und Jugendliche müssen jährlich mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.dpa

Zwar geht der Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen zurück, doch dafür trinken manche Kids häufiger exzessiv bis zum Absturz. Das Präventionsprojekt HaLT sucht nach Wegen gegen gefährliches Komatrinken.

von
16. November 2010, 11:52 Uhr

Morgen zieht die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung (Lakost) auf einer Fachtagung in Güstrow Bilanz.

Mecklenburg-Vorpommern liegt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 13 Litern reinen Alkohols pro Jahr weit über dem Bundesschnitt von knapp 10 Litern. Die Zahl der Abhängigen im Nordosten wird auf 80 000 geschätzt, bundesweit auf 1,6 Millionen.

In Deutschland landen pro Jahr 109 000 Menschen mit einer Alkoholvergiftung in der Klinik. Fast 4000 sind es in Mecklenburg-Vorpommern, knapp die Hälfte davon im Alter zwischen 40 und 55 Jahren. Nach Angaben des Landeskriminalamtes wurden 2009 gut 42 Prozent von 3200 aufgeklärten Gewaltstraftaten unter Alkoholeinfluss begangen, die Dunkelziffer sei hoch und die Tendenz steigend, sagt ein Sprecher.

"HaLT" setzt auf Netzwerke, das Zusammenwirken von Schulen, Vereinen, Behörden, Beratungsstellen, Kliniken und Polizei gegen Alkoholmissbrauch insbesondere im Jugendalter. Im Nordosten beteiligten sich bisher Schwerin, Rostock, Neubrandenburg, Greifswald und die Kreise Demmin und Müritz. Die Ergebnisse seien recht unterschiedlich, so Grämke. Während in Schwerin schon beim Public Viewing zur Fußball-EM 2008 oder den Altstadtfesten ein Schnapsausschank tabu war, hätten Veranstalter in Greifswald auf Hochprozentiges nicht verzichten wollen - aus Sorge vor Umsatzverlusten. In Demmin gebe es für Schüler Fahrstunden mit "Rauschbrille", die Trunkenheit am Steuer simuliere.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen