zur Navigation springen

A 14 bei Jesendorf : Kiestagebaue komplett wieder Acker

vom

Es hat gedauert, bis die A 14 zwischen Schwerin und Wismar geschlossen war. Durch Bauverzögerungen konnten die letzten Kilometer zwischen Cambs und Jesendorf vor Weihnachten 2009 für den Verkehr frei gegeben werden.

svz.de von
erstellt am 04.Nov.2011 | 11:09 Uhr

Lange hat es gedauert, bis die Lücke der A 14 zwischen Schwerin und Wismar geschlossen war. Nach immer neuen Bauverzögerungen konnten die letzten 14 Kilometern zwischen Cambs und Jesendorf kurz vor Weihnachten 2009 endlich für den Verkehr frei gegeben werden. Knapp zwei Jahre später sind in der Umgebung von Jesendorf auch die Hinterlassenschaften am Rande aus der Welt: Der letzte Kiestagebau für die Autobahn wurde zum geplanten Termin verfüllt und kann nun wieder als Acker
genutzt werden, hat Bürgermeister Arne Jöhnk auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung berichtet. Sein Agrarhof in Neperstorf bewirtschaftet diese Fläche wie auch die zwei anderen, von
denen während des Autobahnbaus Kies entnommen wurde.
Drei Standorte hatte es bei Jesendorf mehr oder weniger nahe der Trasse und dem Dorf gegeben, die ersten beiden noch für den Abschnitt zwischen der A 20 bei Wismar und Jesendorf. Hier sind längst wieder Mais und Gras gewachsen. Die dritte Kiesgrube nahe dem Ortsausgang – zwischen der Straße nach Lübow und dem Tarzower See – wurde für den Lückenschluss benötigt. Nach dessen Fertigstellung hielt die Firma Bunte diesen Standort Nordwest zunächst offen, weil sie sich noch um den Bau eines nahen Autobahn-Rastplatzes beworben hatte. Für den erhielt dann jedoch ein anderes Unternehmen den Zuschlag.
Die Autobahnbauer seien bestrebt, den benötigten Kies von einer so genannten Seitenentnahme, maximal zehn Hektar groß, direkt in die Trasse zu fahren. Auf diese Weise verkürzten sich die Transportwege, und die Zufahrtsstraßen würden weniger in Mitleidenschaft gezogen. „Sonst ist die Autobahn fertig, aber die Straßen in Dörfern sind kaputt“, so Jöhnk.
In Jesendorf hatte sich indes heftiger Widerstand gegen die Kiestagebaue geregt. Die Umgebung würde danach wie eine Kraterlandschaft aussehen, so ein Szenario. Andere befürchteten lästige Kiestransporte durch den Ort, gerade vom dritten Tagebau aus. Die umging eine Baustraße am Dorf vorbei. Für den Bürgermeister ist das Geschichte.
Kiesabbau habe in der Region so etwas wie Tradition. Das grobkörnige Material auch mit größeren Steinen, „die durch den Brecher gehen“, eigne sich für den Unterbau von Straßen besonders. Für den Landwirt Jöhnk ein positiver Nebeneffekt, denn „der Acker konnte gar nicht schlechter werden“. Auf der Fläche Nordwest „war es kein Spaß zu ackern. Der Boden gab nicht viel her, dazu die vielen Steine, die der Technik zusetzten. Die Steine sind weg, und es kam besserer Boden hinein.“ Der Kiestagebau wurde mit dem Aushub von der Trasse verfüllt. „Das war wie ein Austausch von Boden, und der wird Richtung Cambs immer besser“, hat Jöhnk festgestellt. Es sei zwar schwerer gewesen, den Acker um den Kiesabbau herum zu bewirtschaften, aber eben nur vorübergehend. Die acht Hektar dort sind inzwischen mit der Scheibenegge bearbeitet. Jöhnk überlegt noch, angesichts der milden Witterung kurzfristig Roggen zu drillen. Wenn die Fläche grün sei, bekäme der Boden mehr Halt. Doch stelle sich auf einmal der Winter ein, wären Arbeit und Saatgut vergebens hineingesteckt. Etwa 260 Hektar Ackerland bewirtschaftet der Betrieb, versorgt damit sein Milchvieh und hat ein Standbein dazu. Alternative zum Roggen, überlegt Jöhnk, wäre daher Mais im Frühjahr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen