Kess, ehrgeizig und erzkonservativ

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06. November 2008, 06:30 Uhr

Noch vor kurzem konnten selbst in den USA nur wenige etwas mit ihrem Namen anfangen. Nun sorgt sie in aller Welt für Schlagzeilen und Diskussionen: Sarah Palin (44), die republikanische Kandidatin für das Vizepräsidentenamt. Nach mehreren Patzern in Interviews, die nach Ansicht von Kritikern ihre Unerfahrenheit auf vielen politischen Gebieten offenbarten, gab es bei dem jüngsten TV-Duell mit ihrem demokratischen Konkurrenten Joe Biden Rekordeinschaltquoten.

Kessheit, Angriffslust, Ehrgeiz und Tatendrang sind die hervorstechenden Merkmale der Gouverneurin von Alaska und fünffachen Mutter. So erhielt sie wegen ihrer Aggressivität im Basketball an der Highschool den Spitznamen "Sarah Barracuda".

Sie lehnt die Evolutionstheorie ab

Palin, seit ihrer Jugend begeisterte Jägerin und Mitglied der Waffenlobby NRA, studierte Journalismus und Politik. Mit 32 Jahren wurde sie Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt Wasilla (9000 Einwohner). Dort genoss sie den Ruf einer geschickten, zupackenden Managerin. Ab 2003 bekämpfte sie im Kommissariat für Alaskas Öl- und Gasvorkommen Parteienfilz und Lobbyisten-Einfluss. 2006 gewann sie souverän die Gouverneurswahl. Palin erwarb sich zwar Respekt wegen ihres parteiübergreifenden Kampfes gegen Korruption, aber es halten sich zugleich Vorwürfe des Machthungers und Amtsmissbrauchs.

Sarah Palin ist erzkonservativ. Sie lehnt die Evolutionstheorie, Homo-Ehen, Sexualaufklärung in Schulen und Abtreibungen strikt ab. Ihr jüngster Sohn leidet an Downsyndrom: Sie wusste es während ihrer Schwangerschaft und entschied sich trotzdem für das Kind.

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