Keine Entlassungen im Theater

Entgegen anders lautenden Meldungen wird es keine Entlassungswelle am Mecklenburgischen Staatstheater geben. Die Stadt will ihre Zuschüsse auch langfristig nicht kürzen. Allerdings ist Hilfe vom Land nötig, um die hohe Qualität halten zu können.

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13. Juni 2008, 08:04 Uhr

Schwerin - Zwei wichtige Gremien der Stadtvertretung, der Finanz- und der Kulturausschuss, haben in dieser Woche mit ihrer einmütigen Zustimmung zum Theaterfinanzierungskonzept bis 2011 richtungsweisende Beschlüsse gefasst. Demnach werden, entgegen anders lautenden Meldungen, zumindest vorerst keine Kündigungen am Theater ausgesprochen. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Niesen, zugleich Finanzdezernent der Landeshauptstadt, hatte neue Zahlen auf den Tisch gelegt. Demnach ist die Finanzierung bis 31. Juli 2009 gesichert, bis zur Spielzeit 2011 gibt es belastbare Zahlen. In den folgenden Jahren indes würde nach dem Auslaufen der Haustarifverträge der Zuschussbedarf steigen. Dazu soll es Verhandlungen mit dem Land geben.

„Durch die langfristige Festschreibung der städtischen Zuschüsse setzt die Stadtvertretung ein ganz wichtiges Signal, weil sie sich zu ihrer Verantwortung bekennt“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende. Nun gelte es, in den bereits laufenden und intensiv geführten Verhandlungen mit dem Land klar herauszuarbeiten, dass sowohl die Landeshauptstadt als auch das Mecklenburgische Staatstheater ihre Hausaufgaben gemacht hätten und nun das Land bei der geplanten Theaterstrukturreform gefordert sei. „Unser Theater hat eine in ganz Deutschland einmalig hohe Einspielquote von 22 Prozent. Das sind fast fünf Millionen Euro selbst erwirtschafte Einnahmen jährlich“, erläuterte der Aufsichtsratschef. In Rostock liege die Quote bei etwa 7,5 Prozent. Niesen rechnete dies auch noch als Effizienz-Index vor: Dies sei ein Einspielergebnis von 26 Euro pro Besucher, in Rostock liege es bei etwa 10,30 Euro. „Ich sage es noch einmal in aller Deutlichkeit: Wir in Schwerin haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das muss bei einer Neuverteilung der Landeszuschüsse Berücksichtigung finden“, forderte der Finanzdezernent.

Ausschussmitglied und Stadtvertreter Dr. Rolf Holzhauer gab ihm Rückendeckung und hob den hohen Stellenwert des Staatstheaters für Schwerin und das ganze Bundesland hervor.
Ungeachtet dessen werde im Theater selbst an weiteren Einsparungen sowie an der Erhöhung der Einnahmen gearbeitet, ergänzte Dr. Mathias Kühne, kaufmännischer Geschäftsführer der Theater gGmbH. Die von Kulturausschuss-Mitglied Manfred Walther, Vorsitzender der Theatergesellschaft, vorgetragenen Vorschläge, etwa zur Abonnentenwerbung oder zum Kassenservice, würden gründlich geprüft, sicherte Kühne zu.

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