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Ludwigslust: Korth-Brüder lieben den Nervenkitzel : Keine Angst vor Monster-Trucks

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Sie springen mit dem Motorrad über Rampen oder rollen mit ihren Monster-Trucks über Pkw, die anschließend für den Straßenverkehr garantiert nicht mehr zugelassen werden.

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erstellt am 23.Jun.2011 | 10:49 Uhr

Besonnene und umsichtige Fahrweise - das wird in der Regel auf dem Verkehrsübungsplatz an der Helene-von-Bülow-Straße gelehrt. Doch rechts vor links und Tempo 50, das ist nichts für die drei Korth-Brüder, die am Sonntag um 16 Uhr auf dem Platz an der Ludwigsluster Stadtgrenze mit ihrer Stunt-Show gastieren. Sie springen mit dem Motorrad über meterhohe Rampen, legen mit dem Auto Kunstfahrten auf zwei Rädern hin oder rollen mit ihren Monster-Trucks über Pkw, die anschließend für den Straßenverkehr garantiert nicht mehr zugelassen werden.

Wer wissen will, welche Knochen in einem Körper alle brechen können, der braucht sich nur die Krankenakte von Steven Korth anzuschauen. Mittelhandbruch, Handgelenkfraktur und Daumenbruch. Wirbelsäule angeknackst, Schädelbasisbruch, dazu mehrere Bänderrisse - "ungefährlich ist der Job nicht", sagt der 29-Jährige. Besonders dann nicht, wenn er in einem Auto sitzt, dieses von einem Kran auf 50 Meter Höhe gezogen wird, und er dann senkrecht im freien Fall auf drei auf dem Boden übereinander gestapelte Autos kracht. Ein bisschen Wahnsinn gehört schon dazu, Respekt, vor den waghalsigen Stunts auch. "Aber Angst, die kenne ich nicht". Angst kennen auch seine Brüder nicht, nicht der ein Jahr ältere Jeffrey, auch nicht der sieben Jahre jüngere Kevin.

Familienbetrieb geht in die vierte Generation

Die Korth-Jungs aus dem thüringischen Berka/Werra bei Eisenach sind in eine Familie hineingewachsen, die seit Jahrzehnten an Grenzen geht, um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der Großvater war Stuntman, der Vater trat schon mit dem legendären Evel Knievel auf. Vater André ist 50, hat den Helm zur Seite gelegt. Nun managt er das Unternehmen, kümmert sich darum, dass rund 50 Auftritte im Jahr zusammenkommen. Und das Jahr der Korths ist kurz, denn von November bis März gehts ins Winterlager. Dann wird an neuen Darbietungen gefeilt, dann wird an den Autos geschraubt.

Der Fuhrpark der Korths ist beachtlich. Auch fünf Monster-Trucks gehören dazu. "Dieser da", sagt Vater André, "hat einen V8-Motor mit ungefähr 550 PS". Jeder der gut zwei Meter hohen Reifen wiegt 500 Kilo. Und diese Räder zermalmen in jeder Vorführung einige Autos, die nachher so zusammen gedrückt sind, dass für die Pressmaschine auf dem Schrottplatz nicht mehr viel zu tun bleibt.

Neben den 90-minütigen Vorführungen, die die Korths kreuz und quer durch die Republik und manchmal auch durch Europa treibt, werden die Artisten auch für TV-Formate gebucht. Bei Wetten dass...? Gewann Jeffrey im vergangenen Jahr seine Wette, als er mit seinem Auto zehn Straßenlaternen auf zwei Rädern umkurvte. Wettpatin Heidi Klum, sagt Jeffrey, sei froh gewesen, hätte sie im Falle einer Wett-Niederlage doch eine Runde auf zwei Rädern mitdrehen müssen.

Um den wagemutigen Nachwuchs brauchen sich die Korths keine Gedanken machen. Anthony, Jeffreys achtjähriger Sohn, ist schon ins Stuntleben eingebunden. "Er ist der jüngste Stuntman Europas", versichert sein Vater.

3x2 Freikarten für Vorstellung am Sonntag zu gewinnen

Das Ludwigsluster Tageblatt verlost für die Vorstellung am Sonntag, Beginn 16 Uhr, 3x2 Freikarten.Die ersten drei Anrufer gewinnen. Die Leitung (03874/4200 8264) ist ab 9.30 Uhr geschaltet.

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