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Frauen bei der Feuerwehr in Dargelütz : Keine Angst vor dem Atemschutz

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Seit einem Jahr gibt es im Landesfeuerwehrverband mit Iris Reckling eine Frauenbeauftragte. "Ich bin die erste Frau mit so einer Funktion und damit der Ansprechpartner der weiblichen Mitglieder in den Feuerwehren."

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erstellt am 23.Mär.2012 | 09:42 Uhr

Seit einem Jahr gibt es im Landesfeuerwehrverband mit Iris Reckling eine Frauenbeauftragte. "Ich bin die erste Frau mit so einer Funktion und damit der Ansprechpartner der weiblichen Mitglieder in den Feuerwehren", sagt sie. Und dass sie sich bemühe, diese Funktion möglichst praxisnah auszuüben.

Dass das geht, zeigte der vergangenen Sonnabend: Iris Reckling hatte Frauen aus dem Land in die Atemschutzübungsstrecke nach Dargelütz eingeladen. "Anliegen dieses Treffens war es, Ängste bei den Frauen aber auch ihre Vorurteile gegenüber dem Atemschutzgerät abzubauen", sagt die Frauenbeauftragte. Gekommen waren Kameradinnen aus Kreien und aus Rogahn. Zusätzlich eingeladen waren Jugendliche der Wehren aus Eldena, Grebbin-Kossebade, Zieslübbe, Severin und Zölkow. Vor Ort konnten sie erleben, wie das Durchlaufen der Atemschutzübungsstrecke funktioniert. Mit Marcel Eberlein und Thorsten Kiekbusch von der Feuerwehr Liessow absolvierten zwei Kameraden die einzelnen Stationen, u. a. die endlose Leiter, das Laufband und die Tunnelanlage.

Bald zeigte sich, komplett unter Atemschutz zu laufen, ist anstrengend. Und so forderte das Training den Respekt der Frauen und Jugendlichen. "Manch eine der Frauen gerät da in Panik und bekommt Angst. Ihnen wollen wir mit diesem Kurs Mut machen", sagt Iris Reckling. Und in der Tat, während einige der Frauen respektvoll den "Rückzieher" machten, hatten andere keine Angst vor der eigenen Courage. Kerstin Lenz von der FFw Rogahn etwa. Sie schulterte das Tragegestell mit den Sauerstoffflaschen und war erstaunt, dass diese doch nicht so schwer waren, wie sie gedacht hatte. Seit zwei Jahren ist sie bei der Feuerwehr, hatte sich bislang aber nocht nicht so intensiv mit dem Thema Atemschutz befasst. "Das ist aber wichtig, und wir brauchen die Frauen, zumal die Männer in der Woche meist aus beruflichen Gründen gar nicht zur Verfügung stehen", sagt Reckling. Immer öfter käme es vor, dass Wehren bei einem Einsatz nachalarmiert werden, nur weil deren Atemschutzträger gebraucht wird. "Darum ist es gut, wenn auch unsere Jugendwehren diesen Einblick bekommen. Später entscheiden sie sich dann vielleicht schneller für die Ausbildung zum Atemschutzträger", sagt die Frauenbeauftragte.

Seit Mai vergangenen Jahres ist Iris Reckling im Amt: "Die Belange der Frauen in den Wehren sind doch sehr spezifisch, da bedarf es einer starken Interessenvertretung." Speziell sollten die Angebote der Aus- und Weiterbildung auf Frauen zugeschnitten sein, beim Um- und Ausbau von Gerätehäusern sei darauf zu achten, dass auch getrennte Sozialbereiche installiert werden und vor allem wollen die Frauen ernst genommen werden. "In manchen Wehren kommt es noch vor, dass sie für die Putzarbeiten zuständig sind, während an der Technik ausschließlich die Männer arbeiten", weiß die Frauenbeauftragte. Zum Glück sei dies die deutliche Minderheit, aber die Kameradinnen wollen die Gleichstellung. "Sie wünschen sich beispielsweise bei Wettbewerben, dass ihre Leistungen nicht mehr extra gewertet, sondern in die Tabellen der Männer eingearbeitet werden." Man könne ja eine Frauenwertung durchführen, die Ergebnisse aber sollten auch Einzug in eine Gesamtliste finden. "Dann wird man sehen, dass manches Frauenteam deutlich besser da steht, als manche Männertruppe", ist sich Reckling sicher.

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