Keine Alternative

von
03. Juni 2008, 09:01 Uhr

Mit Ulrike Höfken (Grüne), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sprach Martin Rücker

Wie konnte der Streit um die Milchpreise so eskalieren?
Höfken: Die Interessen der Milcherzeuger sind lange Zeit nicht vernünftig vertreten worden. Jetzt tun sie sich auch jenseits des Deutschen Bauernverbandes zusammen und verschaffen sich Gehör. Die Bauern haben keine Alternative zu ihrem Protest.

Werden Bauern ausgebeutet?
Höfken: Es ist völlig klar: Mit den jetzigen Milchpreisen können die Bauern nicht zurecht kommen. In Europa dürfte es bald wieder Überproduktion geben, politisch herbeigeführt durch die von der EU beschlossene Erhöhung der Milchquote. Das drückt die Preise. Die Bauern wollen das zu Recht nicht mitmachen.

Welcher Preis wäre fair für alle Beteiligten, also Bauern, Molkereien, Händler und Verbraucher?

Höfken: Bis vor kurzem haben die Bauern noch etwa 40 Cent pro Liter erhalten. Jetzt wollen die Molkereien nur noch 26 Cent bezahlen, weil die Handelskonzerne Preissenkungen durchdrücken wollen. Davon kann kein Landwirt leben. Wenn sich der Preis wieder bei 40 Cent einpendelt und die Händler ihre Abzocke beenden, müssten die Endkunden preise nur moderat um etwa zwei Prozent angehoben werden. Das wäre für die Verbraucher verkraftbar.

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