Reiterstaffel der Bundespolizei präsent : "Kein Zugriffs-Trupp"

 Am Gleis nahe Greifswald: Thomas Denker (l.) und  Jana Semmer   dapd
Am Gleis nahe Greifswald: Thomas Denker (l.) und Jana Semmer dapd

Einmal täglich patrouilliert die Berliner Reiterstaffel der Bundespolizei in Vorpommern neben dem Gleis, auf dem Mitte Februar der Castor-Zug aus Karlsruhe zum atomaren Zwischenlager Nord bei Lubmin rollen soll.

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06. Februar 2011, 08:05 Uhr

Lubmin | Wallach "Darius" kann es kaum erwarten. Unruhig schlägt das fünfjährige Pferd gegen die Wand des Polizeitransporters. Bei Diedrichshagen öffnet Polizeiobermeisterin Jana Semmer die Autorampe und sattelt ihr Dienstpferd. Wenig später kontrolliert die Beamtin hoch zu Ross die Bahnstrecke nach Lubmin. Einmal täglich patrouillieren jetzt Einsatzkräfte der Berliner Reiterstaffel der Bundespolizei in Vorpommern neben dem Gleis, auf dem Mitte Februar der nächste umstrittene Castor-Zug mit hochradioaktivem Atommüll aus Karlsruhe zum atomaren Zwischenlager Nord rollen soll.

Wie unersetzlich die Kontrollgänge auf dem Pferderücken sind, hat sich erst beim letzten Castor-Einsatz im Dezember gezeigt. "Damals kamen wir im tiefen Schnee auch an jene Stellen, an denen sich jedes Allrad-Auto festgefahren hätte", sagt die Beamtin. Die Ausritte im unwegsamen Gelände dienten ausschließlich der Aufklärung oder Absperrung, sagt Polizeihauptmeister Thomas Denker. "Wir sind kein Zugriffs-Trupp."

Seit Ende Januar hat die Polizei ihre Präsenz entlang der Bahntrasse von Greifswald nach Lubmin erhöht. Auf keinen Fall soll sich beim nächsten Castor-Transport wiederholen, was den Sicherheitsleuten Mitte Dezember viel Spott eingebracht hatte. Damals hatten sich zwei Aktivisten im Gleisbett angekettet und somit den von hunderten Polizisten begleiteten Zug nur wenige Kilometer vor dem Ziel für mehrere Stunden gestoppt.

Unterdessen haben am Samstag an die 200 Atomkraftgegner in Rostock gegen den Castortransport demonstriert. Nach Angaben der Polizei gab es keine Zwischenfälle.


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