Umbau Freilichtmuseum Groß Raden : Kein Winterschlaf in Groß Raden

Museumsleiterin Heike Pilz (l.) im Gespräch mit Manuel Dolge, IT-Systemelektroniker bei der Firma Hoss aus Schwerin. Er installiert hier  im neuen Vortragssaal  gerade einen Beamer. Sabine Uhlig (2)
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Museumsleiterin Heike Pilz (l.) im Gespräch mit Manuel Dolge, IT-Systemelektroniker bei der Firma Hoss aus Schwerin. Er installiert hier im neuen Vortragssaal gerade einen Beamer. Sabine Uhlig (2)

Von wegen Winterschlaf! Im Museum Groß Raden ist dies nicht der Fall. In diesen Tagen ist im Hauptgebäude ein kleines Heer an Elektro-Handwerkern und Mitarbeitern von Reinigungsfirmen zu Gange.

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27. Dezember 2010, 11:41 Uhr

Diese geben dem Museumsanbau, der im Januar seiner Bestimmung übergeben werden soll, den letzten Schliff.
Entstehen wird dann ein geräumiger Saal für diverse Vorträge. 80 Personen finden hier locker Platz. Und der Raum lässt sich auch teilen, so dass je nach Bedarf ein zweiter Raum für Museumspädagogik entstehen kann, berichtet Museumsleiterin Heike Pilz. Sie freut sich auch schon auf den neuen Brennofen, der im Januar geliefert wird. Schülergruppen können hier dann innerhalb der Museumspädagogik originelle Keramikgefäße herstellen.

Erster Vortrag 2011 gilt den Klängen der Vergangenheit

Den Anfang im bunten Reigen der Wintervorträge in Groß Raden macht am Mittwoch, dem 5. Januar der Volkskundler Dr. Ralf Gehler vom Museum Hagenow. Er berichtet ab 19.30 Uhr über die Entwicklung der Musikinstrumente von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit. Die Entwicklung von einfachen Formen zum komplexeren Instrument wird anschaulich-auch musikalisch-vorgestellt. Rekonstruktionen von Flöten aus der Wikingersiedlung Haithabu werden erklingen und Rohblattinstrumente des Ostseeraumes.

Am 19. Januar dann gibt sich die Kräuterhexe Edelgard Gruhne wieder einmal die Ehre und berichtet über die Naturapotheke vor der Haustür. Verkostung und Verkauf inclusive. Weitere Vorträge im Winter widmen sich u. a. der Unterwasserarchäologie in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Vortrag steht am 2. März unter dem vielversprechenden Titel "Raubrittertum in MV- das legale Verbrechen".

40 000 Besucher zählte das Museum im zu Ende gehenden Jahr. "Etwas weniger als in den Vorjahren. Aber das war wohl auch den umfangreichen Bauarbeiten geschuldet", ist sich Heike Pilz sicher. So wurde beispielsweise nach dem Bau des Tunneltores am Wall der Wehrgang neu errichtet.

Trotz des baulichen Trubels im Hauptgebäude und auf dem Freigelände gab es doch einige Veranstaltungen, die so überaus gut angekommen waren, dass sie im kommenden Jahr eine Fortsetzung erfahren. Dazu gehört beispielsweise das mittelalterliche Männerbankett am Herrentag mit einem Sechs-Gänge-Menü, bei dem die Gäste auch kräftig selbst mit Hand anlegen mussten. Großen Anklang fanden auch die Fledermausnacht, die Abendführungen, des Ferienprogramm mit wechselnden Offerten und natürlich auch die vielen Angebote am Kindertag. 500 Mädchen und Jungen wurden an diesem Junitag 2010 begrüßt und das Museumspersonal an die Grenzen des Machbaren gebracht. "Erstmals musste ich drei Mitarbeiter aus der Verwaltung vom Landesamt zur Unterstützung anfordern", erinnert sich Heike Pilz. Doch das positive Echo war überwältigend. "Natürlich wird es auch 2011 so ein Angebot geben. Das sind wir unseren jünsten Besuchern einfach schuldig", versprach Heike Pilz.

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