Kein Umzugsgeld für Jobwechsel

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Nach der Kündigung suchte sich Lutz Wöhlert einen neuen Job – in Köln. Doch wie den Umzug finanzieren? Gern hätte er die Umzugskostenbeihilfe der Agentur für Arbeit in Anspruch genommen. Weil er missverständliche Informationen erhielt, nahm er davon Abstand – und trat den Job nicht an.

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06. August 2008, 10:21 Uhr

Schwerin - Alles schien zu klappen. Als Lutz Wöhlert von seiner Kündigung erfuhr, meldete er sich sofort bundesweit arbeitssuchend und bekam nach kurzer Zeit eine Stelle in Köln vermittelt, auf die er sich bewarb. Auf das Vorstellungsgespräch folgte innerhalb einer Woche die Zusage. Ab 1. August hätte er in Nordrhein-Westfalen bei einem integrativen freien Bildungsträger als Stützlehrer anfangen können, und das für rund 400 Euro monatlich mehr als in Mecklenburg-Vorpommern üblich.

„Der Wechsel nach Köln scheiterte jedoch an der Agentur für Arbeit“, sagt er wütend. „Als ich die Übergangsbeihilfe und die Umzugskostenbeihilfe beantragen wollte, wurde mir gesagt, dass mir Erstere zwar gewährt würde, Letztere jedoch nicht, mit der Begründung: Bei einem befristeten Beschäftigungsverhältnis von unter zwei Jahren gebe es für Umzüge grundsätzlich keine Förderung.“ Die Umzugskostenbeihilfe beantragte Lutz Wöhlert nach dieser Information nicht mehr. Er ist empört: „Dabei werden Stellen für Stützlehrer üblicherweise für ein Jahr ausgeschrieben. Längere Verträge gibt es in der Branche praktisch nicht.“

Für den Arbeitssuchenden war klar, dass er den Job ablehnen musste, denn einen Umzug, Kautionskosten und den ersten Monat in der neuen Stadt könne er von 1000 Euro Übergangsbeihilfe allein nicht bestreiten.

In der Schweriner Agentur für Arbeit bedauert man das „Missverständnis“. Petra Wilsch, Teamleiterin Arbeitsvermittlung, sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Mobilitätshilfen werden nach Ermessen gewährt. Die Formulierung, dass es ,grundsätzlich keine Beihilfe bei Beschäftigungsverhältnissen von unter zwei Jahren’ gebe, heißt nicht, dass man sie im Einzelfall nicht doch erhalten kann.“ Wöhlert hätte ihrer Meinung nach trotz dieser Auskunft einen Antrag stellen sollen. „Jede Agentur hat in diesen Fällen die Möglichkeit, nach Ermessen zu beurteilen. Wir prüfen jeden Einzelfall und entscheiden dann.“

Für Lutz Wöhlert bedeutet dies, dass ihm die Umzugskostenbeihilfe unter Umständen doch noch gewährt wird und er sich mit diesem Darlehen der Arbeitsagentur einen Ortswechsel leisten könnte. Ob die Stelle beim Kölner Arbeitgeber dann noch frei ist, ist allerdings fraglich.


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