Kreativ-Musikschule aus Groß Laasch : Kein Heiligabend-Konzert mehr

Schlechte Nachrichten in der Vorweihnachtszeit: Das beliebte Konzert der Kreativ-Musikschule GbR am Heiligabend im Dreistädteeck wird es in diesem Jahr leider nicht geben.

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29. November 2010, 07:33 Uhr

"In den letzten vier Jahren haben wir diese beliebte Veranstaltung wieder aufleben lassen. Mit viel Enthusiasmus und Herzblut. Doch es hat natürlich auch erhebliche Kosten verursacht", gesteht der 34-jährige Neustädter, der zusammen mit seinem Geschäftspartner Ricardo Danelzig die private Musikschule in Groß Laasch betreibt.

"2007 war unser erstes Grabower Heilig-Abend-Konzert und doch ist es mit keinem der vergangenen und traditionellen Auftritte vergleichbar. Beleuchtung, Glühwein, Wunderkerzen und eine Stimmung die zum Mitsingen einlud ließen über 1200 Gesichter erstrahlen", erinnert sich Weinaug, der an dieser Stelle auch die Frage stellt: Was ist uns Kultur wert? Denn umsonst sei sie leider nicht zu haben. Unzählige finanzielle Ausgaben machten öffentliche Konzerte, bei aller Liebe zur Musik, nur mit Hilfe von außen umsetzbar.

"Wir haben uns an regionale Stadt-und Gemeindevertreter gewandt. Doch vergebens. Keiner kann oder will sich an den Kosten von etwa 3000 Euro beteiligen. Dabei spielen alle Künstler schon ohne Gage. Doch Licht und Ton kosten etwa 1400 Euro, der Strom um die 400 Euro, die Werbung und die Flyer ungefähr 1000 Euro. Auch GEMA und Helfer müssen entlohnt werden", zählt Gesellschafter Weinaug die zu bezahlenden Posten auf.

Aufwendig und sehr liebevoll organisiert, habe das große und öffentliche Heilig-Abend-Open-Air-Konzert im Jahr 2008 dann bereits über 1400 Besucher aus Gemeinden rund um Groß-Laasch, dem geografischen Herzen des Drei-Städteecks "Ludwigslust, Grabow und Neustadt-Glewe" angelockt, berichtet der junge Mann weiter. Eine Dreiviertelstunde lang seien auch im letzten Jahr bis zu 40 Musiker aufgetreten und hätten den Heiligabend mit traditionellen und modernen Melodien feierlich eingeläutet.

Weinaug: "Der Gedanke des Miteinanders, der Kooperation und der Besinnung auf kulturelle Gemeinsamkeiten sollte eigentlich das Zusammenwirken aller Anwohner des Drei-Städteecks beflügeln. Über 1000 gemeinsam entzündete Wunderkerzen haben im letzten Jahr eine Verbundenheit widergespiegelt, die einzigartig waren und einen Neubeginn der kulturellen Zusammenarbeit im Drei-Städteeck mitbegründen sollte." Letztlich seien es politische Gremien, die die Kulturhaushalte der kommenden Jahre beschlössen und finanzielle Spielräume schafften, gibt Weinaug zu bedenken. "Regionale Kunst und Kultur schafft Aufmerksamkeit und generiert ein positives Image für das gesamte Umland."

Der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach findet die Konzerte zum Heiligabend sehr gut. Doch angesichts eines unausgeglichenen Haushaltes für das kommende Jahr, sei kein finanzieller Spielraum mehr drin. "Wir müssen sehen, wo wir sparen können. Da sind 3000 Euro, auch wenn sie möglicherweise auf Grabow und Neustadt-Glewe aufgeteilt würden, immer noch viel Geld."

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