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Gallin-Kuppentin : Kein Geld für Benziner Ziegelei

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Auch die Gemeinde als ein Gesellschafter der Beschäftigungsgesellschaft Ziegelei Benzin mbH wird sich nicht weiter finanziell für die Einrichtung engagieren. Das haben die Vertreter bei ihrer Sitzung beschlossen.

Gallin-Kuppentin | Auch die Gemeinde Gallin-Kuppentin als ein Gesellschafter der Beschäftigungsgesellschaft Ziegelei Benzin mbH wird sich nicht weiter finanziell für die Einrichtung engagieren. Das haben die Gemeindevertreter bei ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sich die Kommune wie mehrere andere dazu entschieden, ihren Anteil in Höhe von rund 3000 Euro dem Landkreis zu übergeben. Dahinter verbarg sich die Hoffnung, dass er die Beschäftigungsgesellschaft weiterführt. "Bald stand jedoch fest, dass er sie nicht übernehmen möchte, so dass die jetzige Struktur in der Luft hängt", sagt Bürgermeister Holger Klukas. Jetzt lagen den Gemeindevertretern zwei Entscheidungsmöglichkeiten vor: Entweder, sie bleiben weiter Eigner, was jedoch nach sich gezogen hätte, künftig eine jährliche Unterstützung in Höhe von rund 3000 Euro bezahlen zu müssen, oder sie beschließen, nichts mehr mit der Ziegelei zu tun haben zu wollen, wie Klukas es auf den Punkt brachte. Zudem sei noch immer nicht klar, ob die Anlage nur als Museum oder ähnlich wie bisher fortgeführt werden solle: "Über die Zukunft kann man also zumindest gegenwärtig gar nichts sagen." Dieser Satz war auch eine Antwort auf die Frage eines Gemeindevertreters während der Diskussion vor dem Beschluss, welche Garantie die Kommune habe, wenn sie sich positiv entscheide. "Wir wären verpflichtet, da Geld hineinzuschießen, ohne zu wissen, was auf uns zukommt - ein Fass ohne Boden!" So die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses Gerlinde Schmidt, die damit die Meinung der anderen traf. "Fakt ist, dass die Ziegelei Verluste einfährt. Es kann sein, dass dies noch fünf, sechs oder auch sieben Jahre so weitergeht." Niemand könne heute sagen, ob das eingezahlte Geld überhaupt etwas bewirke oder nicht.

Dem Bürgermeister zufolge werde niemand den Gemeindevertreter ihre Entscheidung übel nehmen. Außerdem sehe er nicht ein, dass Dörfer mit finanziell hoch angespannter Lage "die Ziegelei retten sollen, weil die Politik von oben dazu nicht in der Lage ist. Wir können es uns jedenfalls nicht erlauben." Dass die Einrichtung mit ihrer jahrelang für die Region geleisteten Arbeit an sich eine gute Sache sei, bezweifle vermutlich kaum jemand.

Die erste Aussage von Klukas untermauerte die Finanzausschussvorsitzende Viola Dreschler damit, indem sie anführte, dass kein Einwohner verstehen würde, wenn die Gemeinde jährlich tausende Euro in ein unsicheres Projekt schieße, man sich vor Ort jedoch "um 100 Euro streitet".

Passend zum Thema hat sich auch Gallin-Kuppentin mit einem weiteren Beschluss ebenfalls einstimmig dafür entschieden, dem von Dobbertin initiierten Aktionsbündnis gegen kommunale Schulden beizutreten. "Wenn ich unseren Finanzminister sagen höre, dass die Gemeinden doch bitte zunächst ihre Reserven aufbrauchen mögen, sträuben sich mir die Nackenhaare!", sagt Viola Dreschler. "Man muss dem Bürger klar machen, dass angesichts des Grundsatzes ,Mehr Aufgaben, aber kein Geld schon sehr bald keine Gemeindearbeit mehr möglich ist." Der Bürgermeister habe sich eigener Aussage zufolge über die Information des Landes gewundert, dass es in den Kommunen noch einen Überschuss in Höhe von rund 500 Millionen Euro gebe: "Ich denke, dass zumindest die Gemeinden in unserer Region so gut wie keinen Anteil daran haben."

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erstellt am 09.Jun.2011 | 05:45 Uhr

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