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Kein Fußballfest zur WM auf dem Marktplatz

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erstellt am 08.Jan.2010 | 04:34 Uhr

Schwerin | "Toooor"-Schreie aus mehr als 1000 Kehlen, auf der riesigen Videoleinwand fallen sich Lukas Podolski und Michael Ballack in die Arme, überall ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer. Szenen wie bei der Fußball-Europa-Meisterschaft 2008 sollen sich in diesem Jahr in der Landeshauptstadt wiederholen. Sofern es die Stadt kein Geld kostet, soll alles dafür getan werden, so die Stadtvertretung. Doch nicht wie vor zwei Jahren auf dem Markt, sondern auf der Freilichtbühne soll das Fußballfest zur Weltmeisterschaft in Südafrika steigen, schlägt die Verwaltung vor. Vorausgegangen waren Beratungen von Polizeiinspektion, Stadtmarketing GmbH, Veranstalter und Verwaltung.

Gegen den Markt sprechen die Ausschreitungen auf dem Marienplatz 2008 und damals zahlreiche Beschwerden von Anwohnern und Gewerbetreibenden, aber auch, weil sich das Fußballfest mit anderen bereits geplanten Veranstaltungen überschneiden würde, beispielsweise im Dom und auf dem Alten Garten. Auch aus Sicht der Polizei ist der Markt kein geeigneter Ort. "Wir empfehlen der Stadt die Freilichtbühne als Veranstaltungsort", sagt Schwerins Polizeichef Wilfried Kapischke. "Überschaubarkeit und Sicherheit sind gegeben, eine Zugangskontrolle und beste Bedingungen für die An- und Abreise sowie Parkmöglichkeiten."

In der Kommunalpolitik gibt es ein geteiltes Echo auf die Idee, den Markt als Partymeile für Fußballfans zu streichen. "Die Stadtvertretung hat auf Antrag unserer Fraktion beschlossen, dass zur WM 2010 Public Viewing in der Innenstadt stattfinden soll", sagt CDU-Fraktionschef Sebastian Ehlers. "In anderen Städten unseres Bundeslandes, wie in Greifswald, finden solche Veranstaltungen auch auf dem Markt statt. Nur in der Landeshauptstadt soll das nicht möglich sein? Ich hätte mir hier mehr Kreativität von der Verwaltung gewünscht."

"Der Veranstalter muss deutlich machen, an welchem Standort sich das Public Viewing für ihn rechnet", sagt SPD-Fraktionschef Daniel Meslien. Die nachvollziehbaren Bedingungen, die für den Markt gelten, müssten allerdings eingehalten werden. Wenn der Veranstalter die dafür deutlich höheren Kosten tragen kann, sollte man ihm den Markt nicht verweigern. "Fakt ist, dass das Public Viewing nicht an Behördenbedenken scheitern darf." Ganz anders sehen es die Unabhängigen Bürger: "Die Freilichtbühne ist ein geeigneter Veranstaltungsort, wo wir uns öffentliche Übertragungen von WM-Spielen sehr gut vorstellen können. Dass das dort auch funktioniert, haben gut besuchte und störungsfrei abgelaufene Public-Viewing-Veranstaltungen während der Euro 2008 gezeigt", so der ordnungspolitische Sprecher der Fraktion , Dr. Dietrich Thierfelder. "Vorstellbar für Public Viewing ist neben dem Markt auch der Alte Garten bzw. Plätze des ehemaligen Buga-Geländes, die fußläufig gut zu erreichen sind", fügt Manfred Strauß, Fraktionschef der Bündnisgrünen, an.

Eine Entscheidung soll schnell her. "Ich werde die OB bitten, in der Sitzung des Hauptausschusses am 19. Januar dieses Thema erneut aufzurufen, um die Argumente zu diskutieren und zu werten", so Linke-Fraktionschef Gerd Böttger.

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