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ASB Ortsverband Boizenburg/Grabow : Kein Bundesfreiwilligendienst bei den Samaritern

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Die Zeit der Zivis ist vorbei, auch beim ASB Ortsverband Boizenburg/Grabow. Drei sind noch bis Ende Juli im Einsatz, der andere hört Ende August auf. Dann ist Schluss.

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erstellt am 20.Jul.2011 | 11:20 Uhr

Die Zeit der Zivis ist vorbei, auch beim ASB Ortsverband Boizenburg/Grabow. Zwei junge Männer leisten hier noch ihren Dienst, fahren das Essen auf Rädern aus, transportieren Patienten und unternehmen mit Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, Einkaufstouren. Drei sind noch bis Ende Juli im Einsatz, der andere hört Ende August auf. Dann ist Schluss.

Es geht eine Ära zu Ende, mit der der Hauptgeschäftsführer Michael Schilling viele gute Erfahrungen gemacht hat. Zivis gehörten seit dem Jahre 1991 zum Bild des ASB Ortsverbandes. Zu besten Zeiten nutzten hier bis zu elf junge Leute die vom Staat gegebene Möglichkeit, aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe verweigern. Statt des Wehrdienstes leisteten sie den Zivildienst. Dieser dauerte mit bis zu 20 Monaten meist länger als der Grundwehrdienst, da die Reserveübungen von Wehrdienstleistenden entfielen. Es wurde weniger, zuletzt waren es nur noch sechs Monate.

Zivis wurden in der Regel für Tätigkeiten im sozialen Bereich eingesetzt, wie beispielsweise in Kranken- und Jugendhäusern, Altenheimen, im Rettungsdienst und Krankentransport sowie in der Behindertenbetreuung. Auch bei uns leisteten sie Pflege- und Fahrdienste sowie Betreuung, sagt Michael Schilling. In der jüngeren Vergangenheit wurden es weniger Zivis beim ASB. Um so kürzer dieser Dienst wurde, um so weniger lohnte es sich, diese Männer zum Rettungssanitäter auszubilden, erklärte der Hauptgeschäftsführer. So kam es, dass dieser Einsatzbereich ganz und gar weg fiel. Es blieb bei Fahrdienste und Betreuung.

Für Michael Schilling hatte der Zivildienst noch einen anderen Vorteil, von dem seiner Meinung nach vor allem die Betroffenen selber profitieren konnten. Vor dem Studium erhielten sie so die Gelegenheit, sich sozial engagieren zu können und vom Leben etwas für das eigene Leben zu lernen. Michael Schilling bedauert es, dass dadurch ein Stück soziale Kompetenz bei den Jugendlichen verloren geht.

Nach der Aussetzung der Wehrpflicht und damit des Zivildienstes wurde zum 1. Juli diesen Jahres der Bundesfreiwilligendienst (BFD) vom Gesetzgeber eingeräumt. Jeder kann mitmachen. Der Bundesfreiwilligendienst ist für jeden offen. Michael Schilling weiß das. Doch wie das Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, der DRK Kreisverband und die ASB-Ortsverbände Hagenow/ Ludwigslust registrierte auch er keine Nachfragen auf dieses Angebot. Vielleicht ging das alles zu plötzlich über die Bühne, mutmaßte er. Möglicherweise habe der Gesetzgeber die ganze Sache aber auch nicht richtig durchdacht, meinte er mit einem Blick auf die Konsequenzen insbesondere für die Wohlfahrtsverbände und Kirchen. Ihnen fehlt es jetzt an einsatzbereiten Mitstreitern.

Was die Zivis übernahmen, bleibt künftig hauptsächlich am Personal wie ebenso am Ehrenamt hängen. Beide sind jetzt stärker gefordert.

Der ASB Ortsverband Boizenburg/Grabow hat sich darauf eingestellt. Wir bauen in Zukunft stärker auf die eigene Ausbildung von Fachkräften, sagte der Hauptgeschäftsführer. In Grabow und Boizenburg will er je einen ehemaligen Zivi im ambulanten Bereich fest einstellen.

Nach wie vor bleibt das ehrenamtliche Engagement gefragt. Der ASB braucht die jungen Frauen und Männer, um zum Beispiel den Sanitätsdienst und den Katastrophenschutz weiterhin absichern zu können.

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