Kaum noch Lust am Häuslebau

In Mecklenburg-Vorpommern – so auch im Landkreis Parchim – wird kaum noch gebaut, verrät ein Bericht des Statistischen Landesamtes. In große Mietshäuser wird hier kaum noch investiert, aber einige Familien bauen sich weiterhin ihr eigenes Domizil.

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20. Mai 2008, 06:34 Uhr

Lübz/Parchim - Nach dem Wegfall der Eigenheimzulage zu Beginn des Jahres 2006 werden wesentlich weniger Einfamilienhäuser und Wohnungen gebaut wie zuvor. Im Landkreis Parchim wurden vergangenes Jahr nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes Genehmigungen für den Bau von 84 neuen Wohngebäuden erteilt. Davon sind 82 als Ein- und Zweifamilienhäuser geplant. Vor zehn Jahren beispielsweise sah das noch ganz anders aus. 1997 wurden hier 400 Genehmigungen für den Bau neuer Wohngebäude erteilt.

In diesen 84 neuen Gebäuden, deren Bau im vergangenen Jahr genehmigt worden ist, sollen 85 Wohnungen entstehen. Im Jahr 1997 waren 601 Wohnungen genehmigt worden. In ganz Mecklenburg-Vorpommern wurden vergangenes Jahr 2442 Baugenehmigungen für Wohngebäude erteilt, in denen sich 3886 Wohnungen befinden werden. Das waren 6237 bzw. 12 505 weniger als vor zehn Jahren, heißt es in dem Bericht des Statistischen Landesamtes. Im vergangenen Jahr waren davon 2294 Genehmigungen für neue Ein- und Zweifamilienhäuser. In große Mietshäuser wird also kaum noch investiert, aber einige Familien bauen sich weiterhin ihr eigenes Nest.

Neue Häuser im Kreis kosten rund 142 000 Euro
Die Wohnungen, die im Kreis Parchim entstehen sollen, werden im Schnitt 120 Quadratmeter groß sein. Dieser Durchschnitt ist deswegen so hoch, weil die meisten Gebäude als Ein- und Zweifamilienhäuser geplant sind. Jedes neue Gebäude wird durchschnittlich 141 548 Euro kosten. Enthalten sind hierin bereits die Kosten für die Baukonstruktion, einschließlich Erdarbeiten, der Installation, der betrieblichen Einbauten und der Bauausführung.

Im Schnitt kostet ein neues Wohngebäude in Mecklenburg-Vorpommern 152 000 Euro. Im Vergleich zum Jahr zuvor ist das eine Preissteigerung um 8 000 Euro. In Greifswald sind derzeit die teuersten Objekte geplant. Bei rund 261 000 Euro liegt hier der Schnitt der veranschlagten Kosten. Rostock liegt mir rund 217 000 Euro auf Platz zwei. Der Kreis Rügen folgt mit 167 000 Euro. Die günstigsten Projekte sind mit durchschnittlich je knapp 125 000 Euro in Stralsund geplant. Aber auch im Kreis Nordvorpommern baut man mit 126 000 Euro recht günstig. Auf den Plätzen danach folgen mit je rund 127 000 Euro die Kreise Demmin und Ostvorpommern.

Darüber hinaus werden auch so genannte Nicht-Wohngebäude errichtet. Das sind Schulen, Kindergärten, Museen, Sportstätten, Schwimmhallen, Büro- und Fabrikgebäude, Hotels usw. Im Kreis Parchim sind für 18 solcher Gebäude im vergangenen Jahr Baugenehmigungen erteilt worden. Die Nutzfläche beträgt insgesamt 16 080 Quadratmeter und die veranschlagten Kosten belaufen sich auf durchschnittlich 837 222 Euro.

Mehr Baugenehmigungen für Nicht-Wohngebäude erteilt
Im Jahr 1997 waren noch 49 Baugenehmigungen erteilt worden. In ganz MV werden wieder mehr solcher Nicht-Wohngebäude errichtet. Insgesamt sind 416 (Vorjahr: 364) Baugenehmigungen erteilt worden. Auch hierin werden sich einige Wohnungen befinden, landesweit 129 (Vorjahr: 144). Im Vergleich zu vor zehn Jahren ist aber auch das wenig, denn damals wurden landesweit 1001 Nicht-Wohngebäude geplant.


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