Katzenfreunde organisieren sich im Verein

Sternberger Katzennachwuchs. Die   Tierschützer haben die Jungen der verwilderten Katzenkolonie aus der Seestraße eingefangen. Sie werden in einem umgebauten Bauwagen betreut und sollen später vermittelt werden. Antje Cieslak
Sternberger Katzennachwuchs. Die Tierschützer haben die Jungen der verwilderten Katzenkolonie aus der Seestraße eingefangen. Sie werden in einem umgebauten Bauwagen betreut und sollen später vermittelt werden. Antje Cieslak

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17. August 2010, 04:44 Uhr

Sternberg | Tierfreunde aus der Region sind heute um 18.30 Uhr in das Hotel Gulbis nach Witzin eingeladen. Hier will eine Gruppe, die sich seit Monaten im Kampf gegen das Katzenelend in Sternberg engagiert, offiziell ihren Beitritt zum Tierschutzverein Güstrow bekannt geben.

19 Güstrower Tierschützer hatten sich vor sechs Jahren zusammengeschlossen. Mittlerweile ist der Verein auf 70 angewachsen.Und gehört einem großen Verband an: dem Deutschen Tierschutzverband mit 800 000 Mitgliedern. Es ist die größte Tierschutzorganisation in Europa. Dass sie trotz dieser Größe in der Öffentlichkeit nicht so präsent ist, hänge wohl auch damit zusammen, dass die Mitglieder sehr unterschiedliche Auffassungen vom Tierschutz haben, meint Kobi.

Der Güstrower Tierschutzverein stellt sich als Hauptaufgabe die Aufnahme und Vermittlung von Fundkatzen. Das seien zahme Katzen, so Kobi. Außerdem wurden, wie es die Tierschützer in Sternberg in der Seestraße getan haben, Futterstellen von verwilderten Katzen registriert, die Tiere eingefangen, kastriert und wieder ausgesetzt.

"Wir kämpfen aktiv gegen Tierquälerei", so Kobi. Fast täglich werden Fälle gemeldet - vom angeketteten Hund über einen unter Strom gesetzten Zwinger bis zur unsachgemäßen Pferdehaltung. Die Tierschützer geben solche Fälle an Behörden weiter oder vermitteln Ansprechpartner. Beispielsweise in dieser Woche einen Fledermausexperten, nachdem ein Anrufer die Tiere auf seinem Dachboden legal loswerden wollte.

Im vergangenen Jahr haben die Güstrower Tierschützer allein 200 Katzen aufgenommen. Davon wurden 173 vermittelt. Die schlimmste Zeit sei ab Mai, wenn die Welpen kommen, sagt Kobi. Schon ab Ende Juni muss der Verein die Aufnahme neuer Jungtiere stoppen. Man lasse sich auch nicht erpressen von Leuten, die sagen: "Entweder sie nehmen die Katzen oder wir drehen ihnen den Hals um."

Wie Kobi weiter erklärt, gibt es in Deutschland eine Verpflichtung für Städte und Gemeinden, Fundtiere aufzunehmen. Als Fundtiere zu erkennen sind beispielsweise Katzen mit Halsbändern, kastrierte oder auch sehr zahme Tiere.

Die Stadt Güstrow zahle dem Tierschutzverein mittlerweile eine Pauschale von jährlich 1500 Euro dafür, dass er sich um diese Tiere kümmert. Das seien allerdings nur vier Prozent der Ausgaben des Vereins. In der Realität kosten diese Fundtiere dem Verein etwa die Hälfte seine Budgets. Die Tierschützer sind auf Spenden angewiesen.

Vorgesehen ist, dass die Sternberger Katzenfreunde künftig als Ortsverband innerhalb des Güstrower Vereins fungieren. In relativ kurzer Zeit sei in dieser Stadt viel passiert, findet Mathias Kobi. "Wir versuchen in Sternberg etwas aufzubauen, was langfristig hält."

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