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Tierschützer in Sorge : Katzenfänger in Sternberg?

vom

Mit einer schweren Halsverletzung fanden Tierschützer diese Katze in Sternberg. Die Vermutung: Das könnte von einer Schlinge stammen, die Tierfänger benutzen. Zuletzt verschwanden auf einen Schlag sechs Katzen.

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2011 | 07:27 Uhr

Sternberg | Tierschützer mahnen zur Vorsicht: Katzenfänger könnten im Sternberger Seenland ihr Unwesen treiben. Polizei und Ordnungsamt in Sternberg haben dafür allerdings bislang keine Hinweise.

"Mitte Februar verschwanden in Sternberg auf einen Schlag sechs Katzen, die im letzten Herbst kastriert worden waren. Sie sind bis zum heutigen Tag nicht wieder aufgetaucht", berichtet Antje Cieslak, Chefin der Sternberger Gruppe im Tierschutzverein Güs trow. Die sechs Katzen waren bis dahin im Gebiet zwischen Mecklenburgring, Feuerwehr und Aldi anzutreffen.

Für Cieslak ist es auf natürliche Art nicht zu erklären, dass gleich so viele Katzen auf einmal verschwinden und nirgendwo eine als Kadaver wieder auftaucht. Die Tiere waren schon vor dem Kastrieren recht zahm. Nach dem Kastrieren wurden sie noch zutraulicher, berichtet die Tierschützerin. Sie vermutet, dass Unbekannte die Katzen eingefangen haben, um sie dann weiter zu verkaufen: als Versuchstiere oder an Leute, die mit den Fellen Geschäfte machen.

Nach dem Verschwinden der sechs Katzen sieht Cieslak auch den Zusammenhang zu einer anderen Beobachtung: Im vergangenen Sommer wurde in Sternberg ein Katze mit einer schweren Halsverletzung gefunden. Die könnte von einer Schlinge stammen, wie sie Tierfänger nicht nur bei Katzen, sondern selbst bei Krokodilen einsetzen.

Aus Gesprächen mit anderen Sternbergern weiß Antje Cieslak, dass vor ein paar Jahren schon einmal in einer Nacht plötzlich mehrere Katzen in der Stadt verschwunden waren. Auch damals gab es den Verdacht, dass Tierfänger unterwegs waren.

Daran erinnert sich auch Sternbergs Ordnungsamtsleiter Eckardt Meyer. Zu beweisen war das allerdings nicht, erklärte er gestern auf SVZ-Anfrage.

Auch die Polizei hat keine Hinweise auf illegale Tierfänger, erklärte Sprecher Klaus Wiechmann. In Sternberg gab es dazu in den letzten Monaten auch keine weiteren Anzeigen.

Der Tierschützer sind für kollektive Wachsamkeit. "Alle Katzenhalter werden aufgefordert, zum Schutze ihrer Tiere diese ins Haus zu holen, sobald es dunkel wird, und auf keinen Fall vor Tagesbeginn wieder hinauszulassen", so Antje Cieslak. Sie weiß, wie Tierfänger in anderen Bundesländern vorgehen sollen, und befürchtet, dass jetzt auch mal wieder Sternberg an der Reihe ist. Aus anderen Städten berichten Tierschützer, dass beim Sammeln von Altkleidern oder -schuhen Ortsfremde erkunden, wo Haustiere vorhanden sind. Aktiv werden die Fänger angeblich meist abends und in der Nacht, bevor die Zeitungen ausgetragen werden.

Die Katzen sollten bei verdächtigen Hinweisen unbedingt im Haus bleiben. Und zwar auch noch zwei bis drei Wochen nach dem ersten Verdacht, und wenn sie noch so lautstark protestieren, schildern Katzenfreunde im Internet. Auch die Polizei sollte bei verdächtigen Aktivitäten informiert werden, so die Tierschützer. Die Tierfänger würden mit Lockstoffen arbeiten, die Katzen willenlos machen oder sie betäuben. Verdächtig sei beispielsweise, wenn scheue Tiere zum Schmusen aufgelegt sind und wenn auf Rasenflächen plötzlich kein Gras mehr wächst und sich die Katzen, aber auch andere Tiere, auffällig auf diesen Stellen wälzen und reiben.

Erste Konsequenz der Sternberger Tierschützer: Wenn sie künftig wild lebende Katzen zum Kastrieren bringen, werden sie gleichzeitig dafür sorgen, dass das Fell mit einer Farbe besprüht wird, erklärt Antje Cieslak. Das schadet den Katzen nicht, macht aber die Felle wertlos.

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