Karthaneprojekt nimmt Gestalt an

<fettakgl>Naturnah, so präsentiert</fettakgl> sich die  Karthane zum Beispiel zwischen Rühstädt und Klein Lüben. Das Wehr wurde für Fische passierbar gemacht.<fotos>Birgit Hamann</fotos>
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Naturnah, so präsentiert sich die Karthane zum Beispiel zwischen Rühstädt und Klein Lüben. Das Wehr wurde für Fische passierbar gemacht.Birgit Hamann

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12. Juli 2010, 09:32 Uhr

Prignitz | Wie macht man aus einer "Autobahn" einen naturnahen Flusslauf? Mit dieser Problematik beschäftigt sich der Wasser- und Bodenverband Prignitz (WBV) am Beispiel der Karthane. In den zurückliegenden 80 Jahren wurde der Fluss begradigt und entsumpft. Man habe eine "Autobahn" aus ihm gemacht", beschreibt es Frank Schröder, WBV-Geschäftsführer.

Auf rund 80 Kilometern Länge wird der gesamte Flusslauf seit 2006 renaturiert. "Wir machen ihn ökologisch durchlässig, verbessern die Struktur, sorgen letztendlich dafür, dass das Wasser länger in der Landschaft bleibt", erläutert Schröder. Das Projekt besteht aus insgesamt 80 Einzelmaßnahmen und läuft bis 2013. Finanziert wird das Vorhaben aus Geldern der Europäischen Union, das Land Brandenburg gibt Mittel dazu.

In vielen Abschnitten präsentiert sich die Karthane inzwischen mit einem ganz anderen Gesicht. Zwischen Rühstädt und Klein Lüben zum Beispiel wurde das Wehr für Fische durchlässig gemacht, das Flussbett partiell aufgeweitet, eine Hecke angelegt. Es haben sich seltene Pflanzengesellschaften angesiedelt. Das Wasser ist so klar, dass man die darin schwimmenden Fische genau beobachten kann. Libellen schwirren in großer Zahl über der Wasseroberfläche. Bislang, so Frank Schröder, seien 1,8 Millionen Euro in das Projekt geflossen. Flankierend beinhaltet das Vorhaben auch wirtschaftliche und touristische Aspekt, so beispielsweise die Befahrbarkeit mit Kanus. Wünschenswert, so Schröder, wäre eine wissenschaftliche Begleitung während der Renaturierungsarbeiten sowie nach deren Ende, um wertvolle Erkenntnisse für Folgeprojekte zu gewinnen. Das sei jedoch aus Kostengründen nicht Bestandteil des Vorhabens.

Der WBV kann allerdings auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen: "Wir haben bereits an der Löcknitz acht Wehranlagen ökologisch umgestaltet und durchlässig gemacht", sagt Schröder.

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