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Ludwigslust/Hagenow : Karriere behindert Feuerwehrlaufbahn

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Eigentlich ist es um den Feuerwehrnachwuchs Ludwigslust zahlenmäßig schon jetzt sehr gut bestellt. Doch mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung werde Nachwuchswerbung immer wichtiger.

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2011 | 12:06 Uhr

Eigentlich ist es um den Feuerwehrnachwuchs im Landkreis Ludwigslust zahlenmäßig schon jetzt sehr gut bestellt. "Wir haben derzeit 88 Jugendfeuerwehren mit insgesamt 1267 Mitgliedern. Diese Zahl ist gegenüber 2009 durch Zusammenschlüsse fast konstant geblieben", sagt Heiko Dübel, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes im Gespräch mit der SVZ. "Damit können wir sehr zufrieden sein." Doch mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung werde Nachwuchswerbung immer wichtiger, meint der 44-Jährige. "Wir haben 20 Floriangruppen im Landkreis mit über 250 Mitstreitern im Alter von sechs bis zehn Jahren." Um die Nachwuchskräfte der Feuerwehren möglichst gut auf spätere Einsätze vorzubereiten sei es jedoch wichtig, bereits in der Feuerwehrjugend ein Grundgerüst über das technische Wissen aufzubauen und die in der Feuerwehr notwendigen Abläufe zu trainieren, betont der seit 2008 als Kreiswehrführer Tätige weiter. Es sei für die Feuerwehren von "essentieller Wichtigkeit, gute Jugendarbeit zu leisten und somit die angehenden Feuerwehrmänner bei der Stange zu halten", so Dübel. Denn die Probleme setzten spätestens dann ein, wenn die jungen Menschen in die Erwachsenenwehren übernommen würden. "Ihre weitere Ausbildung bei der Feuerwehr kollidiert dann oft mit der beruflichen Karriere. So dass wir hier viele junge Kameradinnen und Kameraden wieder verlieren, weil sie aus Zeitmangel nicht die Lehrgangsziele erreichen." So müssten allein für den Truppführer-Lehrgang 150 Stunden angesetzt werden, 110 Stunden vor Ort und 40 Stunden als Kreisausbildung. "Es fehlen für Kurse wie Sprechfunk und Atemschutz einfach die Teilnehmer. Das dünnt die Feuerwehrstruktur allmählich aus", zeigt sich Heiko Dübel besorgt. Er, der seit 1983 bei der Feuerwehr sei, freue sich persönlich natürlich über jeden jungen Menschen in der Region, der Arbeit habe, aber "es trifft eben auch unsere Wehren. Insofern haben uns die Floriangruppen bisher gut getan. Denn wenn wir früh ansetzen, haben wir vielleicht größere Chancen, dass mehr junge Leute auch dauerhaft in den freiwilligen Feuerwehren bleiben." Die Betreuer dieser Florian-Gruppen leisteten schon jetzt eine Arbeit von unschätzbarem Wert für die Nachwuchsgewinnung, ihnen gebühre ein besonderes Wort des Dankes. "Jugendarbeit ist ein wichtiges Standbein der Feuerwehr, um qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Jugendliche, die mitmachen, haben beste Voraussetzungen, um später bei der Freiwilligen Feuerwehr oder der Berufsfeuerwehr einzusteigen", so Dübel.

Im Landkreis Ludwigslust gibt es derzeit 159 Freiwillige Feuerwehren. In ihnen versehen 4736 Frauen und Männer ihren aktiven Dienst, 1248 Mitglieder gibt es desweiteren in Ehrenabteilungen.

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