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Sternberg : Karpfen weiterhin klar vor Forellen

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Der Fischereibetriebe in Sternberg sind auf den letzten Kundenansturm des Jahres vorbereitet. Die größten Karpfen sind zu Weihnachten herausgefischt worden, doch in den Netzen tummeln sich auch noch Schwergewichte.

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erstellt am 29.Dez.2011 | 10:41 Uhr

Die größten Brocken sind zu Weihnachten herausgefischt worden, doch unter den vielen Speisekarpfen in den Hälternetzen tummeln sich auch noch einige Schwergewichte. Der Fischereibetrieb in der Sternberger Seestraße ist ebenso wie der an der Brüeler Chaussee auf den letzten großen Kundenansturm des Jahres vorbereitet. Heute gehe es langsam damit los, um Freitag und am Silvestertag den Höhepunkt zu erreichen, rechnet Jörg Rettig, Inhaber der Seenfischerei Sternberg, aus Erfahrung.

Mit dem Weihnachtsgeschäft sei er zufrieden gewesen, "der Umsatz war höher als im Vorjahr, etwa wieder so wie 2009". Rund zwei Tonnen Karpfen, von drei Pfund bis zehn Kilogramm pro Stück, seien verkauft worden. "Das ist bei uns, nicht genau aufs Kilo gerechnet, über die Jahre relativ stabil", sagt Rettig. Von Berufskollegen im Land habe er dagegen gehört, dass der Absatz von Karpfen in den letzten Jahren zurückging. Er fände das schade, denn wer Karpfen kauft, könne beinahe durchweg davon ausgehen, dass der aus dem Land kommt. "Das ist eine gute Sache, das wollen wir", so der Sternberger Fischer. Andere Arten wie Forellen, an zweiter Stelle in der Gunst der Kunden liegend, allerdings mit weitem Abstand zum Karpfen, und jetzt im Winter auch Aal kämen aus Anlagen im Ausland. Wildfänge gäbe es bei Aal derzeit überhaupt keine. "Diese Fische schmecken sicher auch, sind aber nicht von hier", betont Jörg Rettig. In den Seen, die sein Betrieb bewirtschaftet, hatte er Mitte November mit dem Fang begonnen, zu der Zeit mit dem Zugnetz. Dabei müsse es recht windstill sein. Im Dezember sei mit dem Stellnetz gefischt worden. Das Ergebnis hänge viel vom Wetter ab, und Jagdglück gehöre auch dazu. "Karpfen sind hier die schlauesten Fische, die nutzen jede Chance abzuhauen", erzählt Rettig schmunzelnd. Doch er habe gut gefangen. 2010 waren die Seen zur besten Fangzeit komplett zugefroren, Ertrag und Absatz zurückgegangen. Dieses Jahr habe er weniger Karpfen zugekauft. Diese kommen aus der Lewitz. Die zu DDR-Zeiten stark ausgedehnte Teichwirtschaft verfüge über große Wasserflächen, so dass bei den Speisekarpfen im letzten Jahr kaum zugefüttert werde, weil reichlich natürliches Futter vorhanden sei. Dadurch entwickelten sie sich fast wie in einem See. Auch Satzkarpfen für die Seen bezieht der Sternberger Fischer aus der Lewitz.

Während zu Weihnachten eindeutig der Karpfen dominiert, wird zu Silvester die Konkurrenz durch die Forelle etwas größer, und mancher Kunde entscheidet sich auch für Hecht, Saibling, Wels, Aal oder selbst Stör, erklärt Jörg Rettig. Besonders gängig seien bei ganzen Karpfen die mit zwei bis drei Kilogramm Gewicht. Doch gerade zu Weihnachten, wenn eine größere Familie zusammenkommt, würden auch gern mal weit über zehn Kilogramm schwere Exemplare verlangt. "Ich hatte diesmal aber keinen in dieser Größe dabei, und da nahm der Kunde zwei von jeweils acht Kilogramm", erzählt der Fischer. Er habe jetzt allerdings auch den Trend festgestellt, Karpfen in Stücken zu kaufen,

damit zu Hause möglichst wenig Arbeit bleibt. Andere Kunden wiederum gehen mit auf den Steg, um sich ihren Fisch in den Hälteranlagen selbst auszusuchen, bevor er geschlachtet wird.

In seiner Familie werde viel Fisch gegessen, doch Weihnachten gäbe es Ente und erst Silvester Karpfen. Den dann ganz traditionell blau, zubereitet von seiner Frau, verrät Jörg Rettig.

Seenfischerei und Fischer Frischke haben heute und morgen von jeweils 8 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonnabend der Betrieb in der Seestraße von 7 bis 12 Uhr, der an der Brüeler Chaussee von 8 bis 13 Uhr. Zudem fährt der Wagen der Seenfischerei heute über die Dörfer östlich Sternbergs.

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