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Verein Wallenstein-Wasserweg Schwerin : Kanal zur Küste weiter im Gespräch

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Die wesentlichen Entscheidungsträger und Geldgeber haben das Projekt, eine schiffbare Verbindung vom Norden des Schweriner Sees zur Ostsee zu schaffen, verabschiedet: Zu teuer, Nutzen ungewiss.

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erstellt am 25.Mär.2011 | 11:23 Uhr

Die wesentlichen Entscheidungsträger und Geldgeber haben das Projekt, eine schiffbare Verbindung vom Norden des Schweriner Sees zur Ostsee zu schaffen, verabschiedet: Zu teuer, Nutzen ungewiss. Nicht so der Schweriner Verein Wallenstein-Wasserweg. Der war jetzt Gast beim Schweriner Motoryachtclub und erläuterte im Restaurant Wallenstein vor einer interessierten und wassersportbegeisterten Zuhöhrerschaft seine Erkennnisse. Die sind nicht wirklich neu, haben aber, wie Axel Höhn, Vereinschef vom Wallenstein-Wasserweg e.V., vorweg stellte, allemal Potenzial, noch einmal angestoßen zu werden.

Die Verbindung vom Schweriner See zur Ostsee gab es schon einmal. Bereits aus dem Jahr 1442 datiert ein Vertrag zwischen dem Herzogtum Mecklenburg und der Salzmetropole Lüneburg, einen schiffbaren Weg zur Küste zu schaffen. Dazu kam es nicht. Knapp 200 Jahre später ließ Feldherr Wallenstein das Projekt erneut aufleben, aber die Schiffe kamen auf den 20 Kilometern zwischen Schweriner Außensee und Wismarbucht nur schwer und kurz in die Gänge. Die Idee lebte immer wieder auf. Das Fließgewässer schlängelt sich nördlich von Bad Kleinen aus dem Schweriner Außensee Richtung Wismar und "stürzt" dabei 38 Höhenmeter hinab. 1947 gingen die letzten Planungen, das Projekt noch einmal zu beleben, den Bach hinunter.

Nach dem Mauerfall bekam das mecklenburgische Tourismusgeschäft einen neuen Stellenwert und die Verbindung von Schwerin - sonst aus südlichen Richtungen eine wassersportliche Sackgasse - Richtung Küste eine neue Dimension. Protagonisten aus der Region sowie Wassersportler aus dem Großraum Berlin und auch aus Skandinavien bezeugten Interesse. Ein ungewisser Nutzen und schwer einschätzbare Kosten brachten indes das Aus. Sowohl der Landkreis Nordwestmecklenburg als auch das Bundesland MV zogen sich definitiv zurück.

An der Universität Rostock wurde aber eine durchaus positive Machbarkeitsstudie erstellt, die jetzt Dr. Frank Weichbrodt mit neuen Fakten unterlegte. So wird nun eine Variante favorisiert, die den jetzigen Wallensteingraben unberührt ließe und sich weiter östlich der Ostsee nähern würde. Dabei gehen die Entwickler nördlich vom Schweriner Außensee von einer Schleuse aus, die die Schiffe zunächst auf zwölf Meter anhebt und durch eine Hochebene bis an den Rand von Wismar führt. Dort müsste dann ein Schiffshebewerk für den Abtransport sorgen. Am Rande des neuen Schifffahrtsweges könnten sich diverse Tourismuszweige ansiedeln.

Die anschließende Diskussion lief dann eher auf Grund. Da wurden nebensächliche Sachen diskutiert wie eine Hubbrücke am Paulsdamm und neue Anleger am Außensee. Mögliche Investionen zwischen 100 und 200 Millionen Euro blieben komplett außen vor. Damit dürft das Projekt Wallenstein-Wasserweg wohl endgültig trocken fallen.

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