Kampf hinter den Kulissen um ein neues Outlet-Center

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Bereits zur Jahrtausendwende wurde in Wittenburg schon einmal heiß über ein so genannten „Factory-Outlet-Center“ gestritten. Seit einigen Monaten ist das Thema wieder höchst aktuell. Allerdings sind alle Beteiligten angestrengt um Geheimhaltung bemüht.

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25. März 2008, 04:43 Uhr

So an die 50 bis 70 Läden sollen es werden, die direkt gegenüber dem Snowfunpark auf einer 25 Hektar großen Stadtfläche aus dem Boden gestampft werden sollen. Seit Monaten redet nicht nur die Stadt Wittenburg mit einer schottischen Investorengruppe und vor allem mit einer Entwicklungsfirma aus Hamburg. Die ganze Sache wird mit größter Geheimhaltung behandelt. Direkte Stellungnahmen sind derzeit nicht zu bekommen. Vor wenigen Tagen kam das Thema sogar im geheimen Teil der Stadtvertretersitzung Wittenburgs zur Sprache. Ergebnis: Angesichts der Größe der Fläche, der Investitionen und der Kosten der nötigen Gutachten muss die ganze Sache wohl europaweit ausgeschrieben werden. Dazu kommt, dass es nach derzeitiger Rechtslage ein Raumordnungsverfahren geben muss, bevor an den Bau gedacht werden kann.

Eigentlich sahen die Investoren in Wittenburg die Chance, die Sache schnell durchzuziehen. Um diese Möglichkeiten auszuloten, gab es vor Wochen eine so genannte Anlaufberatung im Ministerium für Verkehr. Bau und Landesentwicklung. Ziel war es asuzuloten, wieviele Gutachten wohl nötig wären, um das Einkaufsparadies für den Fabrikverkauf bauen zu können. Ergebnis: Schnell und einfach aus der Sicht des Investors wird es nicht gehen. Zumal derzeit nicht klar ist, ob die Anlaufkosten übernommen werden. Mit eingebunden in die diskreten Vorabsprachen waren u. a. auch die IHK zu Schwerin und der Einzelhandelsverband.

Die IHK nahm zu den Planungen gestern direkt keine Stellung, zählte aber einige Fragen auf. Vor allem wird gefragt, welche Auswirkungen das Wittenburger Center auf die Strukturen im Einzelhandel in ganz Westmecklenburg hätte. Die IHK sieht zumindest die Gefahr viom Umsatzverlagerungen z. B. aus dem Bereichen Schwerin und Wismar und natürlich auch aus der nähren Umgebung. Zweiter Schwerpunkt sind die Auswirkungen auf den Tourismus in der Region, vor allem sollen die Synergieeffekte mit dem benachbarten Snowfunpark untersucht werden. Dass man dort über ein Factory-Outlet-Center mit Tausenden Besuchern im Jahr nicht traurig wäre, liegt auf der Hand. Auch der Einzelhandelsverband Nord will per Gutachten genau wissen, wie sich ein FOC auf die Struktur des Einzelhandels anderer Städte auswirken werden. Erst dann, so Geschäftsführer Karl-Heinz Koop gestern gegenüber unserer Redaktion , werde man bei dem Center zu einer wirklichen Beurteilung kommen können.

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