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Schwerin soll Konzept für die wachsenden Stadtteile erarbeiten : Kampf gegen die Parkplatznot

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Die allabendliche lange Parkplatzsuche kennt jeder, der in der Schelf- oder der Werdervorstadt wohnt. Da beide Stadtteile als Wohnorte gefragt sind, verschärft sich die Situation immer mehr.

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2011 | 11:13 Uhr

Die allabendliche lange Parkplatzsuche kennt jeder, der in der Schelf- oder der Werdervorstadt wohnt. Da beide Stadtteile als Wohnorte gefragt sind, verschärft sich die Situation immer mehr. Mit dem ehemaligen Polizeigelände und dem Areal der Waisengärten entstehen zusätzliche Wohnungen. Die Stellplatznachfrage im öffentlichen Raum wird noch zunehmen. Deshalb soll die Oberbürgermeisterin jetzt im Auftrag der Schweriner Stadtvertreter bis Ende Juni ein Parkplatzkonzept für die Stadtteile Schelfstadt und Werdervorstadt erarbeiten. Dieses soll ausgehend vom derzeitigen Angebot aufzeigen, welche Veränderungen in der Parkplatzsituation erforderlich sind. Den entsprechenden Antrag hatten die Unabhängigen Bürger gestellt.

Erst vor Kurzem hat die Stadt zu viel gebaute Stellplätze auf den Innenhöfen kritisiert - und zurückbauen lassen. Denn für die Versiegelung der Höfe habe es keine Erlaubnis gegeben, so Dr. Günter Reinkober von der städtischen Bauverwaltung. In der Landesbauordnung stehe, dass Stellplätze und Garagen so angeordnet und ausgeführt werden sollen, dass ihre Benutzung keine Gefahren oder unzumutbare Belästigungen hervorruft. Und darum geht es bei einer großen Anzahl von Stellplätzen in der Werder- und Amtstraße, die nicht nur dem Bedarf der Anwohner dienen, sondern auch Fremdnutzern Abstellplatz einräumen. Damit sind für die Anwohner Lärm und Abgase verbunden, vielleicht sogar in unzumutbarer Größe. Deshalb habe die Stadt mit den Hauseigentümern Kompromisse finden müssen. Einfache Lösungen für Parkprobleme in großen Städten gäbe es nicht, sagt Reinkober.

"Grundsätzlich dürfte der Bedarf an Stellflächen im öffentlichen Verkehrsraum das Angebot bei weitem überschreiten. Anwohner berichten häufig von einem intensiven Parksuchverkehr. Bereits jetzt werden als ,Notlösung Kraftfahrzeuge auf Gehwegen abgestellt; auf der Fläche am alten Krankenhaus stehen derzeit über Nacht rund 70 Autos und in der Straße Am Werder - in Richtung Schweriner See - mehr als 50 Pkw", berichtet Rolf Steinmüller von den Unabhängigen Bürgern. "In der Folge von dort absehbaren Bauarbeiten werden diese Stellplätze - zumindest temporär, wahrscheinlich aber dauerhaft - wegfallen. Weitere Umbaumaßnahmen in der Werderstraße oder am Schelfmarkt erhöhen den Parkplatzbedarf. Vorgärten sollten nicht weiter dafür geopfert werden - siehe Schelfstraße. Aus diesen Gründen ist ein Konzept erforderlich, wie die Bedarfe befriedigt werden können."

Straßensanierungen wie in der Werderstraße haben aus ökologischen und städtebaulichen Gründen auch regelmäßig die öffentlichen Stellflächen verringert. Wo früher geparkt werden konnte, stehen jetzt Bäume, abwechselnd mit Parkbuchten. Das ist auch in der Schliemannstraße zu erwarten. Durch die Neugestaltung wird es auf einer Seite auch nur noch Parkbuchten geben. Am unteren Ende zur Grünen Straße hin soll zudem der Bereich neu gestaltet werden, was ebenfalls zu einer Verringerung der derzeit noch vorhandenen Parkplätze an der Fläche für die ehemalige Landeszentralbank führen wird.

Die Dramatik in den beiden Stadtteilen ist den Stadtvertretern offensichtlich bewusst. Den Änderungsantrag der SPD-Grüne-Fraktion, die Oberbürgermeisterin soll nur eine Ist-Stand-Analyse vorlegen, fand keine politische Mehrheit. Mit 25:15-Stimmen - bei drei Enthaltungen - votierte die Stadtvertretung letztlich für den Wunsch der Unabhängigen Bürger, dass die Stadt ein Konzept erarbeitet.

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